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Hausreinigung durch externe Firma: Was Mieter in der Nebenkostenabrechnung prüfen sollten (inkl. Preisvergleich)

Na, wieder mal die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und Fragezeichen über dem Kopf? Keine Panik, das geht vielen so! Besonders die Position "Hausreinigung" sorgt oft für Stirnrunzeln. Schli...

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6 Min. Lesezeit
Hausreinigung durch externe Firma: Was Mieter in der Nebenkostenabrechnung prüfen sollten (inkl. Preisvergleich)

Na, wieder mal die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und Fragezeichen über dem Kopf? Keine Panik, das geht vielen so! Besonders die Position "Hausreinigung" sorgt oft für Stirnrunzeln. Schließlich willst du ja wissen, ob die Kosten dafür wirklich gerechtfertigt sind. In diesem Artikel zeige ich dir, worauf du achten musst, wenn eine externe Firma für die Hausreinigung zuständig ist und wie du die Kosten prüfen und vergleichen kannst. Los geht's!

Was gehört überhaupt zur Hausreinigung?

Bevor wir uns in die Details stürzen, klären wir erstmal, was unter dem Begriff "Hausreinigung" überhaupt alles fällt. Typischerweise umfasst sie folgende Arbeiten:

  • Treppenhausreinigung: Saugen, Wischen, Entfernen von Staub und Spinnweben.
  • Kellerreinigung: Fegen oder Saugen der Gemeinschaftsräume.
  • Reinigung von Gemeinschaftsflächen: Flure, Waschküche, Trockenraum.
  • Fensterreinigung: (Meist nur die Fenster in den Gemeinschaftsbereichen, nicht deine eigenen!)
  • Reinigung des Eingangsbereichs: Beseitigung von Schmutz und Laub.
Nicht dazu gehören in der Regel die Reinigung der Außenanlagen (Gehwege, Garten) – die fallen unter "Gartenpflege". Und auch die Schneebeseitigung ist eine separate Position in der Abrechnung.

Darf der Vermieter die Kosten überhaupt auf dich umlegen?

Gute Frage! Grundsätzlich gilt: Ja, dein Vermieter darf die Kosten für die Hausreinigung auf dich umlegen, aber nur, wenn das im Mietvertrag klar und deutlich vereinbart ist. Steht da nichts von Nebenkosten oder Betriebskosten oder eine ungenaue Formulierung, musst du die Kosten nicht tragen.

Achte darauf, dass im Mietvertrag die Umlage von "Betriebskosten" vereinbart ist und die Hausreinigung explizit im Betriebskostenkatalog der Betriebskostenverordnung (BetrKV) genannt wird oder eine ähnliche, eindeutige Formulierung verwendet wird.

Hausreinigung durch externe Firma: Worauf du in der Nebenkostenabrechnung achten musst

Wenn eine externe Firma mit der Hausreinigung beauftragt wurde, solltest du die folgenden Punkte besonders genau unter die Lupe nehmen:

  1. 1.Der Verteilerschlüssel: Wie werden die Kosten auf die einzelnen Mietparteien verteilt? Üblich ist die Verteilung nach Wohnfläche. Aber auch eine Verteilung nach Personenanzahl ist möglich. Wichtig ist, dass der Verteilerschlüssel im Mietvertrag festgelegt ist und korrekt angewendet wird. Stimmt deine Wohnfläche in der Abrechnung?
  2. 2.Die Rechnung der Reinigungsfirma: Hast du das Recht, die Rechnung einzusehen? Ja! Du hast ein Recht auf Belegeinsicht. Fordere eine Kopie der Rechnung an. Achte darauf, ob die Rechnung detailliert genug ist. Steht darin, welche Leistungen erbracht wurden und wie oft?
  3. 3.Die Häufigkeit der Reinigung: Wie oft wurde gereinigt? Ist die Frequenz angemessen? Hier gilt: Was ist üblich? Je nach Größe des Hauses und der Anzahl der Bewohner ist eine wöchentliche oder zweiwöchentliche Reinigung üblich. Frage beim Vermieter nach, ob es ein Reinigungsprotokoll gibt.
  4. 4.Die Kostenhöhe: Sind die Kosten für die Hausreinigung angemessen? Das ist der Knackpunkt! Um das zu beurteilen, musst du die Preise vergleichen. Dazu kommen wir gleich.
  5. 5.Doppelte Kosten: Wurden Kosten doppelt berechnet? Achte darauf, dass keine Kosten für Arbeiten auftauchen, die bereits in anderen Positionen enthalten sind (z.B. Hausmeisterkosten).
  6. 6.Umsatzsteuer: Ist die Umsatzsteuer korrekt ausgewiesen? Bei einer externen Firma muss die Umsatzsteuer in der Regel enthalten sein.
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WichtigDu hast das Recht, die Belege zur Nebenkostenabrechnung einzusehen. Nutze dieses Recht! Nur so kannst du die Kosten wirklich nachvollziehen.

Preisvergleich: So findest du heraus, ob die Kosten angemessen sind

Die Kosten für die Hausreinigung können stark variieren, abhängig von der Region, der Größe des Hauses, der Häufigkeit der Reinigung und den erbrachten Leistungen. Hier sind ein paar Möglichkeiten, um die Preise zu vergleichen:

  • Online-Preisvergleichsportale: Es gibt verschiedene Online-Portale, auf denen du Angebote für die Hausreinigung einholen kannst. Gib einfach deine Postleitzahl und die Eckdaten deines Hauses ein und du erhältst unverbindliche Angebote von Reinigungsfirmen in deiner Nähe.
  • Lokale Reinigungsfirmen: Hole Angebote von mehreren Reinigungsfirmen in deiner Umgebung ein. Beschreibe genau die Leistungen, die du benötigst, und frage nach einem Kostenvoranschlag.
  • Mieterverein: Dein Mieterverein kann dir oft Vergleichswerte für die Hausreinigung in deiner Region nennen.
  • Gespräche mit Nachbarn: Sprich mit deinen Nachbarn! Haben sie ähnliche Kosten in ihrer Nebenkostenabrechnung?
  • Branchenübliche Preise: Informiere dich über branchenübliche Preise für die Hausreinigung in deiner Region. Die Verbraucherzentrale bietet hier oft Informationen.
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WichtigVergleiche nicht nur die Preise, sondern auch die Leistungen! Eine günstigere Firma muss nicht unbedingt die bessere Wahl sein, wenn die Qualität der Reinigung darunter leidet.

Beispielrechnung:

Sagen wir, deine Wohnfläche beträgt 70 qm und in der Nebenkostenabrechnung werden dir 150 Euro für die Hausreinigung in Rechnung gestellt. Wenn du die Kosten pro Quadratmeter berechnen willst, teilst du die Gesamtkosten durch deine Wohnfläche: 150 Euro / 70 qm = 2,14 Euro pro qm. Vergleiche diesen Wert mit den Preisen, die du bei deiner Recherche gefunden hast. Liegt er deutlich über dem Durchschnitt, solltest du das hinterfragen.

Was tun, wenn die Kosten zu hoch sind?

Wenn du der Meinung bist, dass die Kosten für die Hausreinigung in deiner Nebenkostenabrechnung zu hoch sind, hast du folgende Möglichkeiten:

  1. 1.Sprich mit deinem Vermieter: Suche das Gespräch mit deinem Vermieter und erkläre ihm, warum du die Kosten für unangemessen hältst. Vielleicht kann er dir die Kosten genauer erklären oder sogar eine günstigere Reinigungsfirma beauftragen.
  2. 2.Lege Widerspruch ein: Wenn das Gespräch mit dem Vermieter nicht fruchtet, kannst du schriftlich Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einlegen. Achte darauf, dass du den Widerspruch innerhalb der Widerspruchsfrist (in der Regel 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung) einreichst.
  3. 3.Kontaktiere deinen Mieterverein: Der Mieterverein kann dir bei der Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung helfen und dich bei der Durchsetzung deiner Rechte unterstützen.
  4. 4.Ziehe einen Anwalt hinzu: In besonders strittigen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Anwalt für Mietrecht zu konsultieren.
BGH-Urteile:

Es gibt einige Urteile des Bundesgerichtshofs (BGH), die sich mit der Umlage von Nebenkosten befassen. So hat der BGH beispielsweise entschieden, dass Vermieter verpflichtet sind, die Nebenkostenabrechnung transparent und nachvollziehbar zu gestalten (BGH, Urteil vom 8. Juni 2005, Az. VIII ZR 147/04). Außerdem dürfen Vermieter nur solche Kosten auf die Mieter umlegen, die tatsächlich angefallen sind (BGH, Urteil vom 16. Mai 2006, Az. VIII ZR 137/05).

Fazit

Die Hausreinigung ist ein wichtiger Bestandteil der Nebenkostenabrechnung, der oft für Fragen sorgt. Mit den Tipps in diesem Artikel bist du bestens gerüstet, um die Kosten zu prüfen und zu beurteilen, ob sie angemessen sind. Denk daran: Du hast das Recht auf Belegeinsicht und du solltest dieses Recht auch nutzen! Wenn du Zweifel hast, scheue dich nicht, deinen Vermieter anzusprechen oder dich an deinen Mieterverein zu wenden. Nur so kannst du sicherstellen, dass du nicht zu viel für die Hausreinigung bezahlst. Viel Erfolg!

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