Na, wieder mal die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und ein flaues Gefühl im Magen? Keine Sorge, das kennen wir alle! Die Dinger sind oft ganz schön unübersichtlich und voller Fachbegriffe. Aber lass dich nicht entmutigen! Mit meiner Nebenkosten-Checkliste zeige ich dir, wie du deine Abrechnung Schritt für Schritt prüfen und Fehler entdecken kannst. So sparst du vielleicht bares Geld und schläfst ruhiger. Los geht's!
Schritt 1: Ist die Abrechnung überhaupt pünktlich?
Ganz wichtig: Die Nebenkostenabrechnung muss innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir eintrudeln. Verpasst dein Vermieter diese Frist, muss du eventuelle Nachzahlungen nicht mehr leisten. Ein Abrechnungszeitraum ist meistens ein Kalenderjahr, also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember.
Schritt 2: Formale Anforderungen – stimmt alles?
Bevor du dich in die Details stürzt, check erstmal die formalen Dinge ab:
- •Abrechnungszeitraum: Ist der Zeitraum korrekt angegeben?
- •Deine Adresse: Stimmt deine Adresse und sind alle Wohnungen im Haus richtig erfasst?
- •Vermieterangaben: Sind Name und Anschrift deines Vermieters korrekt?
- •Dein Anteil: Ist dein Anteil an den Gesamtkosten (zum Beispiel anhand der Wohnfläche) korrekt berechnet?
Schritt 3: Welche Kosten sind überhaupt umlagefähig?
Nicht alle Kosten, die deinem Vermieter entstehen, darf er auch auf dich umlegen. Welche das sind, ist im § 2 der Betriebskostenverordnung (BetrKV) genau festgelegt. Typische umlagefähige Kosten sind:
- •Heizung und Warmwasser: Achtung: Hier muss der Verbrauch erfasst und abgerechnet werden!
- •Wasser und Abwasser: Oft nach Verbrauch, aber auch nach Wohnfläche möglich.
- •Müllabfuhr:
- •Grundsteuer:
- •Gebäudeversicherung:
- •Hausmeister:
- •Treppenhausreinigung:
- •Gartenpflege:
- •Schornsteinfeger:
- •Reparaturen: (Ausnahme: Kleinreparaturen, aber nur bis zu einer bestimmten Grenze im Jahr)
- •Verwaltungskosten:
- •Kosten für Leerstand:
- •Bankgebühren:
Schritt 4: Sind die Kosten nachvollziehbar?
Selbst wenn die Kosten grundsätzlich umlagefähig sind, müssen sie für dich nachvollziehbar sein. Das bedeutet:
- •Belegeinsicht: Du hast das Recht, die Originalbelege einzusehen. Mach davon Gebrauch!
- •Vergleich mit Vorjahr: Sind die Kosten im Vergleich zum Vorjahr plausibel? Große Abweichungen sollten erklärt werden.
- •Verteilerschlüssel: Sind die Verteilerschlüssel (z.B. Wohnfläche, Personenzahl, Verbrauch) korrekt angewendet worden?
- •Wirtschaftlichkeitsgebot: Dein Vermieter muss wirtschaftlich handeln. Überhöhte Kosten musst du nicht akzeptieren.
Schritt 5: Heizkostenabrechnung – der Knackpunkt
Die Heizkostenabrechnung ist oft der komplizierteste Teil. Hier gibt es einige Stolperfallen:
- •Verbrauchserfassung: Wurde dein Verbrauch korrekt erfasst? Gab es Probleme mit den Messgeräten?
- •Verteilerschlüssel: Der Verbrauch muss zu mindestens 50 % nach Verbrauch abgerechnet werden, der Rest darf nach Wohnfläche verteilt werden (BGH, Urteil vom 17. November 2005, Az. VII ZR 78/04).
- •Leerstand: Kosten für Leerstand dürfen nicht auf die anderen Mieter umgelegt werden.
- •Ablesefehler: Kontrolliere die abgelesenen Werte genau.
Schritt 6: Ungereimtheiten gefunden – was nun?
Du hast Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung entdeckt? Keine Panik!
- 1.Einspruch einlegen: Lege innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung schriftlich Einspruch ein. Begründe deinen Einspruch genau und nenne die beanstandeten Punkte.
- 2.Belegeinsicht: Fordere die Belege an und prüfe sie genau.
- 3.Beratung: Hol dir Hilfe bei einem Mieterverein oder einem Anwalt für Mietrecht.
- 4.Zahlung unter Vorbehalt: Zahle den geforderten Betrag unter Vorbehalt. So verhinderst du Mahnungen und Verzugszinsen.
Fazit: Nebenkostenabrechnung prüfen lohnt sich!
Die Nebenkostenabrechnung ist kein Buch mit sieben Siegeln! Mit meiner Checkliste und ein bisschen Geduld kannst du deine Abrechnung Schritt für Schritt prüfen und Fehler entdecken. Scheue dich nicht, Fragen zu stellen und deine Rechte als Mieter wahrzunehmen. Denn am Ende geht es um dein Geld! Also, ran an die Abrechnung und viel Erfolg beim Prüfen! Denk daran, du bist nicht allein – viele Mieter fühlen sich von ihrer Nebenkostenabrechnung überfordert. Aber mit ein bisschen Know-how kannst du dich wehren und vielleicht sogar Geld sparen. Und falls du unsicher bist, hol dir lieber professionelle Hilfe. Dein Mieterverein oder ein Anwalt stehen dir gerne zur Seite. Also, Kopf hoch und viel Erfolg!
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