Kostenarten

Sonderfall Untermiete: Wie sich die Untermiete auf Ihre Nebenkostenabrechnung auswirkt (und was Sie beachten müssen)

Na, hast du auch schon mal deine Nebenkostenabrechnung bekommen und gedacht: "Hä? Was ist das denn jetzt schon wieder?" Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders knifflig wird's, wenn du Untermieter...

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5 Min. Lesezeit
Sonderfall Untermiete: Wie sich die Untermiete auf Ihre Nebenkostenabrechnung auswirkt (und was Sie beachten müssen)

Na, hast du auch schon mal deine Nebenkostenabrechnung bekommen und gedacht: "Hä? Was ist das denn jetzt schon wieder?" Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders knifflig wird's, wenn du Untermieter hast. Dann fragst du dich vielleicht: Wie wirkt sich das auf meine Abrechnung aus? Was muss ich beachten? Keine Panik, ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen!

Untermiete und Nebenkosten: Ein Überblick

Stell dir vor, du bist Hauptmieter einer Wohnung und vermietest ein Zimmer oder die ganze Wohnung (wenn du z.B. für längere Zeit verreist) an einen Untermieter. Grundsätzlich gilt: Als Hauptmieter bist du weiterhin für die gesamte Wohnung gegenüber deinem Vermieter verantwortlich. Das bedeutet auch, dass du die Nebenkostenabrechnung von deinem Vermieter erhältst. Du musst dich dann darum kümmern, die Kosten auf dich und deinen Untermieter aufzuteilen.

Wie werden die Nebenkosten aufgeteilt?

Die Aufteilung der Nebenkosten zwischen dir und deinem Untermieter ist der springende Punkt. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Individuelle Vereinbarung: Das ist die beste Option! Am besten vereinbarst du im Untermietvertrag, wie die Nebenkosten aufgeteilt werden. Das kann zum Beispiel eine Pauschale sein, die alle Nebenkosten abdeckt. Oder ihr vereinbart eine Abrechnung nach tatsächlichem Verbrauch oder nach Quadratmetern.
  • Abrechnung nach Quadratmetern: Das ist die häufigste und oft auch fairste Methode, wenn keine individuellen Zähler vorhanden sind. Du teilst die gesamten Nebenkosten durch die Quadratmeterzahl deiner Wohnung und multiplizierst das Ergebnis mit der Quadratmeterzahl, die dein Untermieter bewohnt. Beispiel: Deine Wohnung ist 80 qm groß, das Zimmer deines Untermieters 20 qm. Dann trägt dein Untermieter 20/80 = 25% der Nebenkosten.
  • Abrechnung nach Personen: Diese Methode ist sinnvoll, wenn der Verbrauch stark von der Personenzahl abhängt, z.B. beim Wasserverbrauch. Hier teilst du die Nebenkosten durch die Anzahl der Bewohner (du und dein Untermieter, ggf. inklusive Partner/Familie) und rechnest entsprechend ab.
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WichtigWas du mit deinem Untermieter vereinbarst, muss fair und nachvollziehbar sein. Du darfst dich nicht auf Kosten deines Untermieters bereichern!

Welche Kostenarten musst du berücksichtigen?

Nicht alle Nebenkosten sind gleich! Einige Kostenarten sind verbrauchsabhängig, andere nicht. Hier eine kurze Übersicht:

  • Verbrauchsabhängige Kosten: Dazu gehören Heizung, Warmwasser, Kaltwasser und Abwasser. Diese Kosten sollten idealerweise nach individuellem Verbrauch abgerechnet werden. Wenn separate Zähler vorhanden sind, ist das einfach. Wenn nicht, muss der Verbrauch geschätzt oder aufgeteilt werden (z.B. nach Personen oder Quadratmetern).
  • Nicht verbrauchsabhängige Kosten: Dazu gehören Grundsteuer, Müllabfuhr, Straßenreinigung, Gebäudeversicherung, Hausmeisterkosten, etc. Diese Kosten werden in der Regel nach Quadratmetern aufgeteilt.
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WichtigInformiere dich genau, welche Kostenarten in deiner Nebenkostenabrechnung enthalten sind und wie sie aufgeteilt werden. Nur so kannst du eine korrekte Abrechnung für deinen Untermieter erstellen.

Fallstricke und Stolpersteine

Bei der Nebenkostenabrechnung mit Untermiete gibt es einige Fallstricke, die du vermeiden solltest:

  • Unklare Vereinbarungen im Untermietvertrag: Das ist die häufigste Ursache für Streit! Formuliere die Vereinbarungen zur Nebenkostenabrechnung so präzise wie möglich.
  • Fehlerhafte Nebenkostenabrechnung vom Vermieter: Überprüfe deine eigene Nebenkostenabrechnung genau, bevor du sie an deinen Untermieter weitergibst. Fehler in deiner Abrechnung wirken sich auch auf die Abrechnung mit deinem Untermieter aus.
  • Verspätete Abrechnung: Du musst deinem Untermieter die Nebenkostenabrechnung rechtzeitig vorlegen. Die Frist dafür richtet sich nach den gesetzlichen Bestimmungen (in der Regel 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums).
  • Unberechtigte Kosten: Manche Kosten dürfen nicht auf den Mieter umgelegt werden (z.B. Reparaturkosten). Informiere dich, welche Kosten umlagefähig sind und welche nicht.
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TippBewahre alle relevanten Dokumente (Mietvertrag, Untermietvertrag, Nebenkostenabrechnungen, Zählerstände) sorgfältig auf. Das erleichtert die Abrechnung und hilft dir im Streitfall.

Was sagt der BGH?

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich mehrfach mit dem Thema Nebenkostenabrechnung befasst. Ein wichtiges Urteil (BGH, Urteil vom 20.07.2005, Az. VIII ZR 347/04) besagt, dass der Vermieter (in deinem Fall du als Hauptmieter) die Nebenkostenabrechnung transparent und nachvollziehbar gestalten muss. Das gilt auch für die Abrechnung mit deinem Untermieter. Du musst deinem Untermieter also auf Anfrage Einsicht in die Originalbelege gewähren.

Tipps für eine stressfreie Nebenkostenabrechnung

Hier noch ein paar Tipps, damit die Nebenkostenabrechnung mit deinem Untermieter reibungslos abläuft:

  • Sprich offen mit deinem Untermieter: Kläre alle Fragen zur Nebenkostenabrechnung im Vorfeld. So vermeidest du Missverständnisse und Streit.
  • Lies die Zählerstände gemeinsam ab: So können sich beide Parteien von der Richtigkeit der Werte überzeugen.
  • Erstelle eine detaillierte Abrechnung: Zeige deinem Untermieter genau, wie du die Nebenkosten aufgeteilt hast. Je transparenter, desto besser.
  • Biete deinem Untermieter Einsicht in die Belege: So kann er die Abrechnung nachvollziehen und überprüfen.
  • Sei fair und kompromissbereit: Manchmal gibt es unterschiedliche Meinungen. Versuche, eine Lösung zu finden, mit der beide Parteien zufrieden sind.

Fazit

Die Nebenkostenabrechnung mit Untermiete kann etwas kompliziert sein, aber mit der richtigen Vorbereitung und klaren Vereinbarungen ist sie gut machbar. Achte auf eine transparente und nachvollziehbare Abrechnung, sei fair zu deinem Untermieter und kläre alle Fragen im Vorfeld. Dann steht einer entspannten Nebenkostenabrechnung nichts mehr im Wege! Und denk dran: Im Zweifel ist es immer besser, sich professionellen Rat zu holen, z.B. bei einem Mieterverein oder einem Rechtsanwalt. Viel Erfolg!

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