Na, wieder mal Bauchschmerzen wegen deiner Nebenkostenabrechnung? Keine Sorge, das geht vielen so! Besonders knifflig wird's, wenn ein Mieterwechsel stattgefunden hat. Stell dir vor, du zahlst am Ende für den Wasserverbrauch deines Nachfolgers oder umgekehrt – das muss nicht sein! In diesem Ratgeber zeige ich dir, wie du mit einer Zwischenablesung beim Mieterwechsel Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung vermeidest und sicherstellst, dass alles fair abläuft.
Warum ist die Zwischenablesung so wichtig für dich?
Stell dir vor, du ziehst aus deiner Wohnung aus und der Nachmieter verbraucht Unmengen an Wasser, weil er den Rasen sprengt und täglich stundenlang duscht. Wenn keine Zwischenablesung stattgefunden hat, wird der gesamte Wasserverbrauch des Jahres einfach auf alle Mieter umgelegt. Das bedeutet, du zahlst für den Verbrauch deines Nachmieters mit!
Die Zwischenablesung ist also dein wichtigstes Werkzeug, um sicherzustellen, dass du nur für deinen tatsächlichen Verbrauch in der Wohnung zahlst. du dokumentiert den Stand von Heizkostenverteilern, Wasserzählern und anderen Messgeräten genau zum Zeitpunkt deines Auszugs oder des Einzugs.
Wann solltest du auf eine Zwischenablesung bestehen?
Immer dann, wenn ein Mieterwechsel stattfindet! Egal, ob du ausziehst oder in eine neue Wohnung einziehst: Eine korrekte Zwischenablesung ist Gold wert. Frag am besten schon bei der Wohnungsübergabe aktiv danach.
Wer ist für die Zwischenablesung zuständig?
Grundsätzlich ist der Vermieter für die korrekte Erstellung der Nebenkostenabrechnung und damit auch für die Zwischenablesung verantwortlich. Allerdings kannst und solltest du dich aktiv daran beteiligen, um Fehler zu vermeiden.
- •Dein Vermieter: Er organisiert die Ablesung, beauftragt gegebenenfalls einen Ablesedienst und ist dafür verantwortlich, dass die Daten korrekt in die Nebenkostenabrechnung einfließen.
- •Du (als Mieter): Du hast das Recht, bei der Zwischenablesung dabei zu sein und die Zählerstände selbst zu kontrollieren. Das ist sogar sehr empfehlenswert!
- •Ablesedienst: In manchen Fällen beauftragt der Vermieter einen externen Dienstleister mit der Ablesung. Auch hier gilt: Du hast das Recht, dabei zu sein.
So führst du eine korrekte Zwischenablesung durch: Schritt für Schritt
Damit bei der Zwischenablesung nichts schiefgeht, hier eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung:
- 1.Termin vereinbaren: Sprich dich rechtzeitig mit deinem Vermieter oder dem Nachmieter ab, um einen Termin für die Zwischenablesung zu finden, der für alle Beteiligten passt. Idealerweise findet die Ablesung direkt bei der Wohnungsübergabe statt.
- 2.Zählerstände notieren: Notiere alle relevanten Zählerstände:
* Warmwasserzähler: Notiere den Stand in Kubikmetern (m³).
* Kaltwasserzähler: Auch hier den Stand in Kubikmetern (m³).
* Stromzähler: Notiere den Stand in Kilowattstunden (kWh).
* Gaszähler: Falls vorhanden, den Stand in Kubikmetern (m³).
- 3.Fotos machen: Mach Fotos von allen Zählern und den dazugehörigen Ständen. So hast du einen visuellen Beweis, falls später Unstimmigkeiten auftreten.
- 4.Übergabeprotokoll erstellen: Halte alle abgelesenen Zählerstände in einem Übergabeprotokoll fest. Lass das Protokoll von dir, dem Vermieter (oder seinem Vertreter) und dem Nachmieter (falls anwesend) unterschreiben. Das Übergabeprotokoll ist dein wichtigster Beweis im Streitfall.
- 5.Kopien aufbewahren: Bewahre eine Kopie des Übergabeprotokolls und die Fotos gut auf. Du wirst sie später für die Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung brauchen.
Typische Fehler bei der Zwischenablesung und wie du sie vermeidest
- •Falsche Zählernummern: Überprüfe genau, ob du die richtige Zählernummer notiert hast. Vergleiche die Nummer auf dem Zähler mit der im Übergabeprotokoll.
- •Ablesefehler: Achte genau auf die Nachkommastellen und lies die Zählerstände sorgfältig ab. Ein kleiner Fehler kann zu großen Unterschieden in der Abrechnung führen.
- •Vergessene Zähler: Überprüfe, ob alle relevanten Zählerstände erfasst wurden. Vergiss nicht den Stromzähler, auch wenn du keinen eigenen Vertrag mit dem Energieversorger hast.
- •Kein Übergabeprotokoll: Ohne ein unterschriebenes Übergabeprotokoll hast du im Streitfall schlechte Karten. Bestehe immer auf einem Protokoll!
Was tun, wenn der Vermieter keine Zwischenablesung durchführt?
Auch wenn der Vermieter für die Zwischenablesung zuständig ist, kann es vorkommen, dass er sich weigert oder schlichtweg vergisst, eine durchzuführen. In diesem Fall solltest du aktiv werden:
- •Sprich mit deinem Vermieter: Erkläre ihm, warum die Zwischenablesung wichtig ist und biete an, sie selbst durchzuführen (natürlich in Absprache mit ihm).
- •Dokumentiere alles: Wenn der Vermieter sich weiterhin weigert, führe die Zwischenablesung selbst durch und dokumentiere alles sorgfältig. Mach Fotos von den Zählerständen und lass das Protokoll von einem Zeugen (z.B. dem Nachmieter) unterschreiben.
- •Anwalt einschalten: Wenn du den Verdacht hast, dass dir durch die fehlende Zwischenablesung ein finanzieller Schaden entstanden ist, solltest du dich von einem Anwalt beraten lassen.
Die Beweislast liegt bei deinem Vermieter
Grundsätzlich gilt: Dein Vermieter muss dir nachweisen, dass die Nebenkostenabrechnung korrekt ist. Er muss also belegen, dass die abgelesenen Zählerstände stimmen und die Kosten richtig auf die einzelnen Mieter verteilt wurden. Ein Übergabeprotokoll mit den Zählerständen zum Zeitpunkt des Mieterwechsels ist hier ein wichtiges Beweismittel.
BGH-Urteil Vlll ZR 198/05: Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass der Vermieter die Beweislast für die Richtigkeit der Nebenkostenabrechnung trägt. Das bedeutet, er muss nachweisen, dass die abgerechneten Kosten tatsächlich entstanden sind und korrekt auf die Mieter verteilt wurden.
Was, wenn Fehler in der Nebenkostenabrechnung auftauchen?
Auch wenn du alles richtig gemacht hast, kann es vorkommen, dass Fehler in der Nebenkostenabrechnung auftauchen. Keine Panik! So gehst du vor:
- 1.Abrechnung prüfen: Vergleiche die abgelesenen Zählerstände im Übergabeprotokoll mit den Angaben in der Nebenkostenabrechnung. Achte auf Rechenfehler und überprüfe, ob alle Kostenpositionen plausibel sind.
- 2.Einspruch einlegen: Wenn du Fehler findest, lege innerhalb der Einspruchsfrist (in der Regel 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung) schriftlich Einspruch gegen die Nebenkostenabrechnung ein. Begründe deinen Einspruch detailliert und lege Kopien des Übergabeprotokolls und der Fotos bei.
- 3.Beratung suchen: Wenn du dir unsicher bist, ob deine Einwände berechtigt sind, kannst du dich von einem Mieterverein oder einem Anwalt beraten lassen.
Fazit: Mit einer Zwischenablesung bist du auf der sicheren Seite
Eine Zwischenablesung beim Mieterwechsel ist zwar etwas Aufwand, aber es lohnt sich! du schützt dich vor ungerechtfertigten Kosten in der Nebenkostenabrechnung und sorgt für Klarheit und Transparenz. Denk dran: Du hast das Recht, bei der Ablesung dabei zu sein und die Zählerstände selbst zu kontrollieren. Nutze dieses Recht und sorge dafür, dass du nur für deinen tatsächlichen Verbrauch zahlst. Mit einem sorgfältig erstellten Übergabeprotokoll und Fotos bist du bestens gerüstet, falls es doch mal zu Streitigkeiten kommt. Also, beim nächsten Mieterwechsel: Frag aktiv nach der Zwischenablesung und geh auf Nummer sicher!
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