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Nebenkostenabrechnung bei Wohngemeinschaften (WG): Stolperfallen bei Auszug eines Mitbewohners und gerechter Kostenverteilung

Na, wieder mal Kopfzerbrechen wegen der Nebenkostenabrechnung in eurer WG? Keine Sorge, das geht vielen so! Gerade wenn jemand auszieht oder die Kostenverteilung unklar ist, kann es ganz schön kniffli...

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6 Min. Lesezeit
Nebenkostenabrechnung bei Wohngemeinschaften (WG): Stolperfallen bei Auszug eines Mitbewohners und gerechter Kostenverteilung

Na, wieder mal Kopfzerbrechen wegen der Nebenkostenabrechnung in eurer WG? Keine Sorge, das geht vielen so! Gerade wenn jemand auszieht oder die Kostenverteilung unklar ist, kann es ganz schön knifflig werden. Aber keine Panik, ich helfe dir, den Durchblick zu bekommen!

WG-Leben und die liebe Abrechnung: Warum es kompliziert werden kann

WG-Leben ist super – gemeinsames Kochen, lustige Abende und geteilte Miete. Aber wenn es um die Nebenkostenabrechnung geht, kann die Harmonie schnell mal kippen. Denn anders als bei einer Einzelwohnung gibt es in einer WG oft unterschiedliche Nutzungsverhalten und Verantwortlichkeiten. Wer hat mehr geduscht? Wer hat mehr geheizt? Und was passiert, wenn jemand mitten im Jahr auszieht? All diese Fragen können für Zündstoff sorgen.

Auszug eines Mitbewohners: Was du jetzt beachten musst

Stell dir vor, dein Mitbewohner Max kündigt und zieht aus. Was passiert jetzt mit der Nebenkostenabrechnung? Hier sind ein paar wichtige Punkte, die du im Blick haben solltest:

  • Zwischenablesung: Am besten ist es, wenn ihr bei Auszug von Max eine Zwischenablesung der Zählerstände (z.B. Wasser, Heizung) durchführt. So könnt ihr den Verbrauch bis zu seinem Auszug genau ermitteln und fair abrechnen. Dokumentiert die Zählerstände am besten schriftlich und lasst sie von Max gegenzeichnen.
  • Vermieter informieren: Informiere deinen Vermieter über den Auszug von Max. Er muss wissen, wer jetzt für die Wohnung verantwortlich ist und wem er die Nebenkostenabrechnung schicken soll.
  • Nachmieter: Wenn ein neuer Mitbewohner einzieht, solltet ihr auch hier eine Zwischenablesung durchführen. So kann der Verbrauch des Nachmieters ab dem Einzugsdatum erfasst werden.
  • Endabrechnung: Wenn die Nebenkostenabrechnung kommt, muss der Vermieter den Zeitraum vor und nach dem Auszug von Max berücksichtigen. Der Verbrauch von Max wird dann anteilig für den Zeitraum seines Wohnens berechnet.
⚠️
WichtigWenn keine Zwischenablesung möglich ist, wird der Verbrauch meistens nach Personenmonaten berechnet. Das bedeutet, die Gesamtkosten werden durch die Anzahl der Monate und Bewohner geteilt. Das kann aber unfair sein, wenn Max z.B. viel weniger verbraucht hat als die anderen.

Gerechte Kostenverteilung: So vermeidest du Streit

Damit es gar nicht erst zu Streit kommt, solltet ihr euch von Anfang an über die Kostenverteilung in eurer WG Gedanken machen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten:

  • Verteilung nach Verbrauch: Das ist die fairste Methode, aber auch die aufwendigste. Hier werden die Kosten nach tatsächlichem Verbrauch abgerechnet. Das funktioniert gut, wenn ihr separate Zähler für Wasser und Heizung habt.
  • Verteilung nach Personen: Hier werden die Kosten einfach durch die Anzahl der Bewohner geteilt. Das ist einfach, aber nicht immer fair, wenn z.B. jemand viel mehr verbraucht als die anderen.
  • Verteilung nach Quadratmetern: Hier werden die Kosten nach der Größe der Zimmer verteilt. Das kann sinnvoll sein, wenn ein Mitbewohner ein viel größeres Zimmer hat als die anderen.
  • Mischform: dein könnt auch eine Mischform wählen. Z.B. werden die Heizkosten nach Verbrauch abgerechnet und die Wasserkosten nach Personen.
💡
TippLegt die Kostenverteilung schriftlich in einem WG-Vertrag fest. So habt ihr eine klare Vereinbarung und könnt Missverständnisse vermeiden.

Was gehört in die Nebenkostenabrechnung und was nicht?

Nicht alle Kosten dürfen in der Nebenkostenabrechnung auf dich umgelegt werden. Zu den umlagefähigen Nebenkosten gehören unter anderem:

  • Heizkosten: Kosten für Heizung und Warmwasser
  • Wasserkosten: Kosten für Frischwasser und Abwasser
  • Müllabfuhr: Kosten für die Müllentsorgung
  • Hausmeister: Kosten für den Hausmeister
  • Gartenpflege: Kosten für die Gartenpflege
  • Gebäudeversicherung: Kosten für die Gebäudeversicherung
Nicht umlagefähig sind hingegen:

  • Reparaturkosten: Kosten für Reparaturen in der Wohnung oder am Gebäude
  • Verwaltungskosten: Kosten für die Verwaltung des Hauses
  • Instandhaltungsrücklagen: Rücklagen für zukünftige Instandhaltungsarbeiten
⚠️
WichtigDein Vermieter muss die Nebenkostenabrechnung transparent und nachvollziehbar aufschlüsseln. Du hast das Recht, die Originalbelege einzusehen, um die Abrechnung zu überprüfen.

Heizkostenverteilung: Ein besonders heikles Thema

Die Heizkostenverteilung ist oft ein Streitpunkt in WGs. Denn wer am meisten heizt, zahlt auch am meisten. Aber was, wenn ein Zimmer schlecht isoliert ist oder ein Mitbewohner ständig das Fenster offen hat?

Hier sind ein paar Tipps, um Streit zu vermeiden:

  • Klare Regeln: Vereinbart klare Regeln zum Heizen und Lüften. Z.B. sollten die Fenster nicht dauerhaft gekippt sein und die Heizung nicht auf voller Stufe laufen, wenn niemand im Zimmer ist.
  • Heizkostenverteiler: Wenn ihr Heizkostenverteiler an den Heizkörpern habt, solltet ihr diese regelmäßig ablesen und die Werte dokumentieren. So habt ihr einen Überblick über den individuellen Verbrauch.
  • Gespräch suchen: Wenn es Probleme gibt, solltet ihr das Gespräch suchen und gemeinsam nach einer Lösung suchen. Vielleicht kann man die Heizung in dem schlecht isolierten Zimmer dämmen oder einen Heizlüfter anschaffen.
Gut zu wissen: Laut BGH (Urteil vom 17. November 2005, Az. VII ZR 84/04) darf der Vermieter bei einer nicht sachgerechten Heizkostenverteilung die Abrechnung korrigieren.

Fristen beachten: Wann muss die Abrechnung da sein?

Dein Vermieter hat bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums Zeit, dir die Nebenkostenabrechnung zuzustellen. Wenn der Abrechnungszeitraum z.B. vom 1. Januar bis zum 31. Dezember läuft, muss die Abrechnung bis zum 31. Dezember des Folgejahres bei dir sein.

⚠️
WichtigWenn die Abrechnung zu spät kommt, musst du eventuelle Nachzahlungen nicht leisten, es sei denn, der Vermieter hat die Verspätung nicht zu vertreten.

Fehler entdeckt? So legst du Widerspruch ein

Du hast die Nebenkostenabrechnung erhalten und bist dir sicher, dass etwas nicht stimmt? Dann solltest du Widerspruch einlegen.

  • Frist: Du hast in der Regel zwölf Monate Zeit, um Widerspruch gegen die Abrechnung einzulegen.
  • Form: Der Widerspruch muss schriftlich erfolgen und sollte die Gründe für den Widerspruch genau darlegen.
  • Belege: Füge dem Widerspruch am besten Kopien von Belegen bei, die deine Argumentation unterstützen.
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TippHole dir im Zweifelsfall Rat bei einem Mieterverein oder einem Anwalt.

Fazit: Gemeinsam zu einer fairen Abrechnung

Die Nebenkostenabrechnung in einer WG kann kompliziert sein, aber mit ein bisschen Organisation und Kommunikation könnt ihr Streit vermeiden und eine faire Abrechnung erreichen. Wichtig ist, dass ihr euch von Anfang an über die Kostenverteilung einigt, Zwischenablesungen bei Auszug von Mitbewohnern durchführt und die Abrechnung sorgfältig prüft. Und wenn es doch mal Probleme gibt, scheut euch nicht, das Gespräch zu suchen oder professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. So steht einem harmonischen WG-Leben nichts mehr im Wege!

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