Grundlagen

Nebenkostenabrechnung bei Wohngemeinschaften (WG): Wie erfolgt die Aufteilung und welche Rechte haben Untermieter?

Na, wieder mal Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und denkst dir: "Wie soll ich das denn jetzt mit meinen Mitbewohnern aufteilen?" Keine Sorge, das Problem kennen viele WGs! Ich helfe dir, da...

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5 Min. Lesezeit
Nebenkostenabrechnung bei Wohngemeinschaften (WG): Wie erfolgt die Aufteilung und welche Rechte haben Untermieter?

Na, wieder mal Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und denkst dir: "Wie soll ich das denn jetzt mit meinen Mitbewohnern aufteilen?" Keine Sorge, das Problem kennen viele WGs! Ich helfe dir, das Chaos zu entwirren und zeige dir, wie die Nebenkostenabrechnung in deiner WG fair über die Bühne geht und welche Rechte du als Untermieter hast.

Der Dschungel der Nebenkosten: Was gehört überhaupt dazu?

Bevor wir uns an die Aufteilung machen, klären wir erstmal, was überhaupt in der Nebenkostenabrechnung steht. Grundsätzlich sind das alle Kosten, die dem Vermieter durch das Eigentum und den Gebrauch des Gebäudes entstehen. Dazu gehören typischerweise:

  • Heizung und Warmwasser: Ein großer Posten, oft verbrauchsabhängig abgerechnet.
  • Wasser und Abwasser: Ebenfalls meist verbrauchsabhängig.
  • Grundsteuer: Zahlt der Vermieter ans Finanzamt, wird aber oft auf die Mieter umgelegt.
  • Müllabfuhr und Straßenreinigung: Klar, der Müll muss weg und die Straße sauber bleiben.
  • Hausmeister: Kümmert sich ums Gebäude und den Garten.
  • Versicherungen: Gebäudeversicherung, Haftpflichtversicherung etc.
  • Sonstige Kosten: Hier kann alles Mögliche auftauchen, z.B. Kosten für einen Aufzug, Gartenpflege oder die Reinigung des Treppenhauses.
⚠️
WichtigDein Vermieter darf nur die Kosten abrechnen, die auch im Mietvertrag vereinbart wurden. Schau also genau nach, was dort steht!

Aufteilung der Nebenkosten in der WG: So geht's fair zu!

Jetzt kommt der spannende Teil: Wie verteilen wir das Ganze gerecht unter den WG-Bewohnern? Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  1. 1.Nach Wohnfläche: Das ist die einfachste Variante. Die gesamten Nebenkosten werden durch die Gesamtquadratmeterzahl der Wohnung geteilt und dann mit der Quadratmeterzahl deines Zimmers multipliziert. ABER: Diese Methode ist nicht immer fair, besonders wenn einer viel und der andere wenig zu Hause ist.
  1. 2.Nach Personenzahl: Hier werden die gesamten Nebenkosten einfach durch die Anzahl der WG-Bewohner geteilt. Das ist oft die fairste Methode, wenn alle ähnlich viel Energie und Wasser verbrauchen.
  1. 3.Nach Verbrauch: Diese Methode ist am genauesten, aber auch am aufwändigsten. Hier werden die Kosten für Heizung, Wasser und eventuell Strom anhand von individuellen Zählern erfasst. Das ist natürlich nur möglich, wenn solche Zähler vorhanden sind.
  1. 4.Individuelle Vereinbarung: Du und deine Mitbewohner könnt natürlich auch eine ganz eigene Regelung treffen. Wichtig ist, dass ihr euch alle einig seid und die Vereinbarung schriftlich festhaltet!
💡
TippBesprecht euch in der WG und findet eine Methode, die für alle akzeptabel ist. Transparenz ist hier das A und O!

BGH-Urteil zum Thema: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat entschieden, dass die Umlage der Nebenkosten nach Wohnfläche zulässig ist, wenn im Mietvertrag nichts anderes vereinbart wurde (BGH, Urteil vom 31. Mai 2006 – VIII ZR 159/05).

Achtung Untermieter: Deine Rechte bei der Nebenkostenabrechnung

Wenn du Untermieter bist, hast du nicht direkt mit dem Vermieter zu tun. Dein Ansprechpartner ist dein Hauptmieter. Dieser ist für die Abrechnung der Nebenkosten mit dir verantwortlich.

  • Anspruch auf Einsicht: Du hast das Recht, die Originalbelege der Nebenkostenabrechnung einzusehen. Dein Hauptmieter muss dir diese zeigen oder Kopien aushändigen.
  • Abrechnungszeitraum: Der Abrechnungszeitraum darf maximal 12 Monate betragen.
  • Frist für die Abrechnung: Dein Hauptmieter muss dir die Nebenkostenabrechnung spätestens 12 Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums zukommen lassen.
  • Frist für Einwände: Wenn du Fehler in der Abrechnung entdeckst, hast du in der Regel 12 Monate Zeit, Einspruch zu erheben.
⚠️
WichtigAchte darauf, dass dein Untermietvertrag klare Regelungen zur Nebenkostenabrechnung enthält. Je genauer die Vereinbarungen, desto weniger Streitpotenzial!

Konkrete Tipps für deine WG:

  • Protokollieren: Führt in der WG ein Protokoll über den Wasser- und Stromverbrauch. So habt ihr einen besseren Überblick und könnt Unstimmigkeiten leichter aufdecken.
  • Fragen stellen: Scheue dich nicht, deinen Vermieter oder Hauptmieter bei Unklarheiten zu kontaktieren. Lieber einmal zu viel nachfragen als am Ende draufzahlen!
  • Vergleichsportale nutzen: Es gibt online viele Vergleichsportale für Strom- und Gasanbieter. Vielleicht könnt ihr durch einen Wechsel Geld sparen.
  • Streit schlichten: Wenn es doch mal zu Streitigkeiten kommt, versucht, eine friedliche Lösung zu finden. Ein offenes Gespräch hilft oft Wunder. Im Zweifel könnt ihr euch auch an eine Mieterberatung wenden.
  • Achte auf die Fristen: Verpasse keine Fristen, um deine Rechte zu wahren.

Fehler in der Nebenkostenabrechnung: Was tun?

Manchmal schleichen sich Fehler in die Nebenkostenabrechnung ein. Das ist kein Weltuntergang! Hier sind ein paar typische Fehlerquellen und was du dagegen tun kannst:

  • Fehlerhafte Berechnung: Überprüfe die Abrechnung genau auf Rechenfehler.
  • Nicht umlagefähige Kosten: Dein Vermieter darf nur die im Mietvertrag vereinbarten Kosten abrechnen. Kosten für Reparaturen oder Instandhaltung sind beispielsweise nicht umlagefähig.
  • Verspätete Abrechnung: Wenn die Abrechnung zu spät kommt, musst du die Nachzahlung nicht leisten.
So gehst du vor:

  1. 1.Einspruch einlegen: Schreibe einen Brief an deinen Vermieter oder Hauptmieter, in dem du die Fehler genau beschreibst und Belege anforderst.
  2. 2.Frist beachten: Denke daran, dass du in der Regel 12 Monate Zeit hast, Einspruch zu erheben.
  3. 3.Mieterberatung: Wenn du dir unsicher bist oder der Vermieter nicht reagiert, wende dich an eine Mieterberatung. Dort bekommst du kostenlose Hilfe.

Fazit: Nebenkosten in der WG – gemeinsam geht's!

Die Nebenkostenabrechnung in einer WG kann schon mal Kopfzerbrechen bereiten. Aber mit ein bisschen Planung, Transparenz und Kommunikation lässt sich das Ganze gut in den Griff bekommen. Wichtig ist, dass ihr euch in der WG einig seid, welche Aufteilungsmethode ihr wählt, und dass du als Untermieter deine Rechte kennst. Wenn du dich gut informierst und bei Unklarheiten nachfragst, steht einer fairen Nebenkostenabrechnung nichts mehr im Wege! Und denk dran: Gemeinsam lässt sich jeder Nebenkosten-Dschungel durchqueren!

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