Grundlagen

Verwalterwechsel mitten im Abrechnungszeitraum: Wer erstellt die Nebenkostenabrechnung und was passiert mit bereits gezahlten Vorauszahlungen?

Na, auch schon mal den Verwalterwechsel-Blues erlebt? Plötzlich ist da ein neues Gesicht, neue Ansprechpartner und du fragst dich: Was passiert jetzt eigentlich mit meiner Nebenkostenabrechnung? Keine...

Mister Check
5 Min. Lesezeit
Verwalterwechsel mitten im Abrechnungszeitraum: Wer erstellt die Nebenkostenabrechnung und was passiert mit bereits gezahlten Vorauszahlungen?

Na, auch schon mal den Verwalterwechsel-Blues erlebt? Plötzlich ist da ein neues Gesicht, neue Ansprechpartner und du fragst dich: Was passiert jetzt eigentlich mit meiner Nebenkostenabrechnung? Keine Panik, ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen!

Verwalterwechsel und die Nebenkostenabrechnung: Ein Dschungel?

Stell dir vor, das Jahr ist fast rum und plötzlich flattert ein Brief ins Haus: Neuer Verwalter! Super, denkst du vielleicht, frischer Wind! Aber was ist mit den Nebenkosten? Wer macht die Abrechnung, wenn mitten im Jahr der Verwalter wechselt? Und was passiert mit den Vorauszahlungen, die du brav geleistet hast? Keine Sorge, das ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint.

Wer erstellt die Nebenkostenabrechnung?

Die gute Nachricht: Auch bei einem Verwalterwechsel muss eine Nebenkostenabrechnung erstellt werden. Die Frage ist nur, von wem. Grundsätzlich gilt:

  • Der "alte" Verwalter: Ist für den Zeitraum zuständig, in dem er die Verwaltung innehatte. Er muss also eine Abrechnung für diesen Zeitraum erstellen.
  • Der "neue" Verwalter: Ist für den Rest des Abrechnungszeitraums verantwortlich. Er muss also die Abrechnung für seinen Zeitraum erstellen.
⚠️
WichtigDas bedeutet in der Praxis oft, dass der neue Verwalter die gesamte Abrechnung erstellt. Er benötigt dafür aber die Daten des alten Verwalters, z.B. über die bereits geleisteten Vorauszahlungen oder den Verbrauch bis zum Verwalterwechsel.

Konkreter Tipp: Frage beim neuen Verwalter nach, wie er die Abrechnung handhaben wird und ob er die Daten des alten Verwalters benötigt. Je besser die Kommunikation, desto reibungsloser läuft es!

Was passiert mit deinen Vorauszahlungen?

Das ist ein ganz wichtiger Punkt! Deine geleisteten Vorauszahlungen sind natürlich nicht einfach weg. du werden bei der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt.

  • Aufteilung der Vorauszahlungen: Der alte Verwalter muss dem neuen Verwalter mitteilen, welche Vorauszahlungen du bis zum Verwalterwechsel geleistet hast. Der neue Verwalter berücksichtigt diese dann bei der Erstellung der Gesamtabrechnung.
  • Nachweis deiner Zahlungen: Es ist immer gut, wenn du deine eigenen Zahlungsnachweise (Kontoauszüge, Überweisungsbelege) aufbewahrst. So kannst du im Zweifelsfall belegen, wie viel du gezahlt hast.
Praxis-Tipp: Mach dir eine Kopie deiner Kontoauszüge für das betreffende Jahr. So bist du auf der sicheren Seite, falls es Unklarheiten gibt.

Stolpersteine und wie du sie vermeidest

Auch wenn alles klar geregelt ist, kann es natürlich zu Problemen kommen. Hier ein paar typische Stolpersteine und Tipps, wie du sie vermeidest:

  • Fehlende Daten: Der alte Verwalter übergibt dem neuen Verwalter nicht alle notwendigen Daten.
* Lösung: Sprich den neuen Verwalter direkt an, wenn du den Eindruck hast, dass etwas fehlt. Frage nach, welche Daten er vom alten Verwalter erhalten hat und ob er noch etwas benötigt.
  • Unklare Abrechnungszeiträume: Die Abrechnungszeiträume von altem und neuem Verwalter überschneiden sich oder sind nicht klar definiert.
* Lösung: Kläre mit beiden Verwaltern, welcher Zeitraum genau von wem abgerechnet wird. Achte darauf, dass es keine Doppelerfassungen gibt.
  • Fehlerhafte Abrechnung: Die Nebenkostenabrechnung enthält Fehler.
* Lösung: Prüfe die Abrechnung sorgfältig! Achte auf die Umlageschlüssel, die einzelnen Kostenpositionen und die Berechnung deiner Vorauszahlungen. Im Zweifelsfall solltest du die Abrechnung von einem Experten prüfen lassen (z.B. Mieterverein).

BGH-Urteil im Hinterkopf behalten: Der BGH hat mehrfach betont, dass die Nebenkostenabrechnung für Mieter nachvollziehbar sein muss. Das bedeutet, sie muss klar und verständlich sein und alle relevanten Informationen enthalten (z.B. BGH, Urteil vom 29.03.2006 - VIII ZR 191/05).

Was tun, wenn die Abrechnung nicht stimmt?

Auch wenn du alles beachtet hast, kann es natürlich vorkommen, dass die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist. Keine Panik! Du hast das Recht, Einspruch einzulegen.

  • Frist beachten: Du hast in der Regel 12 Monate Zeit, um Einspruch gegen die Nebenkostenabrechnung einzulegen. Die Frist beginnt mit dem Zugang der Abrechnung.
  • Schriftlicher Einspruch: Lege deinen Einspruch immer schriftlich ein (per Brief oder E-Mail mit Lesebestätigung).
  • Begründung: Begründe deinen Einspruch genau! Nenne die konkreten Fehler, die du gefunden hast.
  • Belege beifügen: Füge deinem Einspruch Kopien von Belegen bei, die deine Beanstandungen untermauern (z.B. Kontoauszüge, alte Abrechnungen).
⚠️
WichtigAuch wenn du Einspruch eingelegt hast, solltest du den geforderten Betrag zunächst bezahlen. So vermeidest du Mahnungen und eventuelle Rechtsstreitigkeiten. Wenn dein Einspruch erfolgreich ist, bekommst du das zu viel gezahlte Geld zurück.

Der Sonderfall: Insolvenz des alten Verwalters

Was passiert, wenn der alte Verwalter insolvent ist? Das ist natürlich eine unschöne Situation, aber auch hier gibt es Lösungen:

  • Forderung anmelden: Du musst deine Forderung (also die möglicherweise zu viel gezahlten Vorauszahlungen) beim Insolvenzverwalter anmelden.
  • Aussichten: Die Chancen, dein Geld vollständig zurückzubekommen, sind leider oft gering. In der Regel werden die Forderungen der Gläubiger (also auch deine) nur anteilig befriedigt.
💡
TippSprich in diesem Fall unbedingt mit einem Anwalt oder dem Mieterverein. du können dich beraten und dir helfen, deine Ansprüche geltend zu machen.

Fazit: Keine Angst vor dem Verwalterwechsel!

Ein Verwalterwechsel muss nicht zum Albtraum werden. Mit ein bisschen Organisation und den richtigen Informationen kannst du sicherstellen, dass deine Nebenkostenabrechnung korrekt erstellt wird und du nicht zu viel bezahlst. Denke daran:

  • Kommunikation ist alles! Sprich mit dem alten und dem neuen Verwalter.
  • Bewahre deine Belege auf! So kannst du deine Zahlungen nachweisen.
  • Prüfe die Abrechnung sorgfältig! Achte auf Fehler und Unstimmigkeiten.
  • Lege im Zweifelsfall Einspruch ein! Du hast das Recht dazu.
Und vor allem: Lass dich nicht unterkriegen! Mit ein bisschen Know-how meisterst du auch den Verwalterwechsel-Blues mit Bravour. Viel Erfolg!

Jetzt deine Nebenkostenabrechnung prüfen

Finde Fehler in deiner Abrechnung – kostenlos und in nur 2 Minuten.

Artikel teilen: