Heizkosten

Unbeheizte Räume in der Nebenkostenabrechnung: Wie viel weniger zahlen Mieter mit wenig geheizten Zimmern?

Unbeheizte Räume in der Nebenkostenabrechnung: Dein Sparpotential als Mieter Die Nebenkostenabrechnung ist oft ein Buch mit sieben Siegeln, besonders wenn es u...

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Unbeheizte Räume in der Nebenkostenabrechnung: Wie viel weniger zahlen Mieter mit wenig geheizten Zimmern?

Unbeheizte Räume in der Nebenkostenabrechnung: Dein Sparpotential als Mieter

Die Nebenkostenabrechnung ist oft ein Buch mit sieben Siegeln, besonders wenn es um die Heizkosten geht. Hast du Zimmer in deiner Wohnung, die du kaum oder gar nicht beheizt? Dann fragst du dich vielleicht, ob du trotzdem den vollen Preis zahlen musst. Die gute Nachricht ist: Unter Umständen kannst du hier Geld sparen! In diesem Ratgeber erfährst du alles Wichtige zum Thema unbeheizte Räume und wie du deine Heizkostenabrechnung optimieren kannst.

Die Grundlagen der Heizkostenabrechnung

Bevor wir uns den unbeheizten Räumen widmen, ist es wichtig, die Grundlagen der Heizkostenabrechnung zu verstehen. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB), die Betriebskostenverordnung (BetrKV) und insbesondere die Heizkostenverordnung (HeizkostenV) bilden die rechtliche Basis.

Grundsätzlich gilt: Die Heizkosten werden in der Regel aufgeteilt in einen Grundkostenanteil und einen verbrauchsorientierten Anteil.

  • Grundkostenanteil: Dieser deckt die Kosten, die unabhängig vom Verbrauch entstehen, z.B. Wartung der Heizungsanlage oder Betriebsstrom der Umwälzpumpe. Er wird meist nach Wohnfläche verteilt.
  • Verbrauchsabhängiger Anteil: Dieser richtet sich nach deinem tatsächlichen Heizverbrauch, gemessen durch Heizkostenverteiler oder Wärmezähler.
Wichtig: Die HeizkostenV schreibt vor, dass der verbrauchsabhängige Anteil mindestens 50 % und höchstens 70 % der Gesamtheizkosten betragen muss. Der Rest wird als Grundkostenanteil umgelegt.

Unbeheizte Räume: Was zählt?

Ein Raum gilt als unbeheizt, wenn er dauerhaft und bewusst nicht beheizt wird. Es reicht nicht aus, wenn du nur gelegentlich das Thermostat herunterdrehst. Es muss erkennbar sein, dass du den Raum nicht zur üblichen Wohnnutzung beheizt.

Beispiele:

  • Ein ungenutztes Gästezimmer, in dem du den Heizkörper komplett abgedreht hast.
  • Ein Abstellraum, der leer steht und nicht beheizt wird.
  • Ein Schlafzimmer, in dem du bewusst auf niedrige Temperaturen setzt und nur minimal heizt.
⚠️
WichtigEin Raum, der aufgrund von Baumängeln (z.B. schlechte Isolierung) kalt bleibt, gilt nicht automatisch als unbeheizt. Hier solltest du dich mit deinem Vermieter in Verbindung setzen und die Mängel beseitigen lassen.

Dein Recht auf Reduzierung der Heizkosten

Ob du für unbeheizte Räume weniger zahlen musst, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Vorhandene Messgeräte: Sind Heizkostenverteiler oder Wärmezähler installiert? Wenn ja, erfasst das Gerät natürlich auch, wenn der Heizkörper abgedreht ist. In diesem Fall zahlst du in der Regel weniger, da dein Verbrauch sinkt.
  • Umlageschlüssel: Wie werden die Heizkosten verteilt? Bei einer reinen Verteilung nach Wohnfläche hast du weniger Möglichkeiten, deinen Beitrag zu senken, da der Grundkostenanteil unverändert bleibt.
  • Leerstand: Ähnlich wie bei unbeheizten Räumen wird auch der Leerstand in der Heizkostenabrechnung berücksichtigt. Hier muss der Vermieter die Kosten für den Leerstand selbst tragen oder diese anteilig auf die anderen Mieter verteilen – aber nur den Grundkostenanteil!
Wie viel kannst du sparen?

Das Sparpotential hängt stark von deinem individuellen Heizverhalten und der Größe der unbeheizten Räume ab. Du kannst davon ausgehen, dass du den verbrauchsabhängigen Anteil deiner Heizkosten deutlich senken kannst, wenn du einen oder mehrere Räume konsequent nicht beheizt.

Wichtig: Sprich mit deinem Vermieter! Informiere ihn schriftlich über deine Absicht, bestimmte Räume nicht zu beheizen. Das schafft Transparenz und erleichtert die spätere Abrechnung.

Praxisbeispiel: Familie Müller spart Heizkosten

Familie Müller wohnt in einer 80 qm großen Wohnung. Die Heizkosten werden zu 60% verbrauchsabhängig und zu 40% nach Wohnfläche verteilt. Familie Müller hat ein 15 qm großes Gästezimmer, das sie seit einiger Zeit nicht mehr nutzen und daher auch nicht mehr beheizen.

Vorherige Heizkostenabrechnung:

  • Gesamtheizkosten: 1.000 Euro
  • Verbrauchsabhängiger Anteil (60%): 600 Euro
  • Grundkostenanteil (40%): 400 Euro
Durch das Abstellen der Heizung im Gästezimmer hat Familie Müller ihren Verbrauch um 20% gesenkt.

Neue Heizkostenabrechnung (vereinfacht):

  • Verbrauchsabhängiger Anteil (60%): 600 Euro * 0,8 = 480 Euro
  • Grundkostenanteil (40%): 400 Euro (bleibt unverändert)
  • Gesamtheizkosten: 480 Euro + 400 Euro = 880 Euro
Familie Müller spart durch das unbeheizte Gästezimmer 120 Euro pro Abrechnungsperiode.

Tipps und Checkliste für unbeheizte Räume

  • Schriftliche Information: Informiere deinen Vermieter schriftlich über deine Absicht, bestimmte Räume nicht zu beheizen.
  • Dokumentation: Notiere dir den Zustand der Heizkörper (abgedreht, minimal beheizt) und mache ggf. Fotos.
  • Lüften: Auch unbeheizte Räume müssen regelmäßig gelüftet werden, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Heizkostenverteiler prüfen: Kontrolliere die Funktionsfähigkeit der Heizkostenverteiler in den unbeheizten Räumen.
  • Abrechnung prüfen: Vergleiche die aktuelle Abrechnung mit den Vorjahren und achte auf Auffälligkeiten.
  • Gespräch suchen: Wenn du Unklarheiten hast, suche das Gespräch mit deinem Vermieter oder der Hausverwaltung.
PunktBeschreibung
InformationVermieter schriftlich informieren
DokumentationZustand der Heizkörper dokumentieren
LüftenRegelmäßiges Lüften zur Schimmelprävention
AbrechnungAbrechnung sorgfältig prüfen

Fazit: Dein Sparpotential ist real!

Unbeheizte Räume können tatsächlich zu einer geringeren Heizkostenabrechnung führen. Es ist wichtig, die rechtlichen Grundlagen zu kennen, den Umlageschlüssel zu verstehen und mit deinem Vermieter zu kommunizieren. Wenn du dir unsicher bist, ob deine Abrechnung korrekt ist, lass sie von Experten prüfen. Mister Check hilft dir dabei, Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung zu finden und dein Sparpotential voll auszuschöpfen. Denn wer genau hinschaut, spart bares Geld!

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