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Zwischenablesung bei Auszug vergessen: Was tun? So wehren Sie sich gegen falsche Nebenkostenabrechnungen

Hey du, Bist du gerade aus deiner alten Wohnung ausgezogen und hast vergessen, den Zählerstand abzulesen? Keine Panik, das passiert! Aber was bedeutet das jetzt für deine Nebenkostenabrechnung? Keine...

Mister Check
4 Min. Lesezeit
Zwischenablesung bei Auszug vergessen: Was tun? So wehren Sie sich gegen falsche Nebenkostenabrechnungen

Hey du,

Bist du gerade aus deiner alten Wohnung ausgezogen und hast vergessen, den Zählerstand abzulesen? Keine Panik, das passiert! Aber was bedeutet das jetzt für deine Nebenkostenabrechnung? Keine Sorge, ich helfe dir, dich in diesem Dschungel zurechtzufinden und zeige dir, wie du dich gegen möglicherweise falsche Abrechnungen wehren kannst.

Das Problem: Warum die Zwischenablesung so wichtig ist

Stell dir vor, du wohnst von Januar bis August in einer Wohnung. Wenn keine Zwischenablesung beim Auszug stattfindet, schätzt der Vermieter deinen Verbrauch für diese Zeit. Das Problem: Diese Schätzung ist oft ungenau und kann zu deinen Ungunsten ausfallen. Du zahlst dann für Heizung, Wasser und Co., die du gar nicht verbraucht hast!

Die Nebenkostenabrechnung Fehler zu überprüfen ist also wichtig, wenn du keine Zwischenablesung hast.

Was tun, wenn die Zwischenablesung vergessen wurde? Dein Plan!

Okay, tief durchatmen! Hier ist dein Schlachtplan, um das Beste aus der Situation zu machen:

  1. 1.Kontaktiere deinen Vermieter: Das ist der erste und wichtigste Schritt. Schreib deinem Vermieter (am besten per E-Mail, so hast du etwas Schriftliches) und erkläre die Situation. Frage, wie der Verbrauch geschätzt wurde und welche Daten dafür verwendet wurden. Eine offene Kommunikation kann oft schon viel bewirken.
  1. 2.Fordere die Abrechnungsunterlagen an: Du hast das Recht, alle relevanten Unterlagen zur Nebenkostenabrechnung einzusehen. Dazu gehören Rechnungen der Versorger, Ableseprotokolle und die Berechnungsformel für die Schätzung. Dein Vermieter ist verpflichtet, dir diese Informationen zur Verfügung zu stellen.
  1. 3.Prüfe die Schätzung: Sobald du die Unterlagen hast, nimm die Schätzung genau unter die Lupe. Ist sie plausibel? Vergleiche sie mit deinem bisherigen Verbrauch in der Wohnung. Orientiere dich an deinen alten Nebenkostenabrechnungen. Hast du im Sommer weniger geheizt und Wasser verbraucht als im Winter? Berücksichtigt die Schätzung das?
  1. 4.Sprich mit dem Nachmieter (wenn möglich): Wenn du die Möglichkeit hast, kontaktiere deinen Nachmieter. Vielleicht hat er/sie den Zählerstand beim Einzug notiert oder kann sich daran erinnern. Diese Information kann dir helfen, die Schätzung zu überprüfen und eine genauere Berechnung zu fordern.
  1. 5.Achte auf den Verteilerschlüssel: Selbst wenn der Gesamtverbrauch korrekt ist, kann es bei der Verteilung auf die einzelnen Mietparteien zu Fehlern kommen. Überprüfe, ob der Verteilerschlüssel (z.B. Wohnfläche) richtig angewendet wurde.

So wehrst du dich gegen eine falsche Nebenkostenabrechnung

Du hast die Abrechnung geprüft und bist der Meinung, dass die Schätzung zu hoch ist? Dann hast du verschiedene Möglichkeiten, dich zu wehren:

  • Lege Widerspruch ein: Innerhalb der Einspruchsfrist (in der Regel 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung) musst du schriftlich Widerspruch gegen die Abrechnung einlegen. Begründe deinen Widerspruch detailliert und lege alle relevanten Beweise bei (z.B. alte Abrechnungen, Vergleichswerte).
  • Zahle unter Vorbehalt: Wenn die Einspruchsfrist bald abläuft, zahle den geforderten Betrag "unter Vorbehalt". Das bedeutet, dass du dir das Recht vorbehältst, das Geld zurückzufordern, falls die Abrechnung fehlerhaft ist.
  • Suche dir rechtlichen Rat: Wenn du dir unsicher bist oder dein Vermieter sich querstellt, suche dir professionelle Hilfe. Ein Mieterverein oder ein auf Mietrecht spezialisierter Anwalt kann dich beraten und deine Rechte durchsetzen.

Heizkostenabrechnung ohne Zwischenablesung: Ein besonderer Fall

Besonders bei den Heizkosten kann eine fehlende Zwischenablesung zu Problemen führen. Hier ist es wichtig zu wissen, dass der Vermieter verpflichtet ist, den tatsächlichen Verbrauch zu erfassen. Wenn das nicht möglich ist (z.B. weil die Heizkörper nicht mit Messgeräten ausgestattet sind), muss der Verbrauch nach einem anerkannten Verfahren geschätzt werden.

Ein wichtiges Urteil des BGH (VIII ZR 198/05) besagt, dass der Vermieter eine plausible und nachvollziehbare Schätzung vornehmen muss. Die Schätzung muss sich an vergleichbaren Werten orientieren und darf nicht willkürlich erfolgen.

Wasserverbrauch schätzen: So geht's richtig

Auch beim Wasserverbrauch ist eine genaue Erfassung wichtig. Wenn keine individuellen Wasserzähler vorhanden sind, wird der Verbrauch in der Regel nach Wohnfläche verteilt. Hier kann es sinnvoll sein, den eigenen Verbrauch im Vergleich zu anderen Mietern mit ähnlicher Wohnfläche zu prüfen.

Vermieterpflichten: Was dein Vermieter leisten muss

Dein Vermieter hat bestimmte Pflichten im Zusammenhang mit der Nebenkostenabrechnung:

  • Er muss die Abrechnung verständlich und nachvollziehbar erstellen.
  • Er muss dir alle relevanten Unterlagen zur Einsicht zur Verfügung stellen.
  • Er muss die Abrechnung innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums erstellen.
  • Er muss eine plausible Schätzung vornehmen, wenn keine Zwischenablesung möglich war.

Fazit: Lass dich nicht über den Tisch ziehen!

Eine vergessene Zwischenablesung ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Mit den oben genannten Tipps und Tricks kannst du die Nebenkostenabrechnung überprüfen, Fehler erkennen und dich gegen unfaire Schätzungen wehren. Denk daran, dass du als Mieter Rechte hast und dich nicht alles gefallen lassen musst. Scheue dich nicht, deinen Vermieter zu kontaktieren, Unterlagen anzufordern und im Zweifelsfall rechtlichen Rat einzuholen. So sorgst du dafür, dass du nur das bezahlst, was du wirklich verbraucht hast! Viel Erfolg!

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