Hey du! Mal wieder Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und die Abwassergebühren springen dir ins Auge? Kein Grund zur Panik! Viele Mieter fühlen sich von diesen Posten erschlagen, aber mit ein bisschen Know-how kannst du da einiges checken und vielleicht sogar sparen. Lass uns das Thema mal genauer unter die Lupe nehmen, damit du weißt, worauf du achten musst!
Abwassergebühren: Was zahlst du da eigentlich?
Ganz einfach: Du zahlst dafür, dass das Schmutzwasser, das du produzierst – beim Duschen, Spülen, Wäschewaschen – gereinigt wird, bevor es wieder in den Wasserkreislauf gelangt. Die Abwassergebühren decken also die Kosten für den Betrieb der Kläranlagen, die Instandhaltung der Kanalisation und so weiter.
Aber Achtung! Hier kommt der Knackpunkt: Du zahlst oft auch für Regenwasser, das in die Kanalisation fließt. Und genau da liegt oft Sparpotenzial!
Regenwasser: Warum du nicht alles zahlen musst!
Stell dir vor, es regnet in Strömen und das Wasser von deinem Dach landet direkt in der Kanalisation. Klingt logisch, oder? Aber: Du musst nicht unbedingt für die gesamte Menge an Regenwasser zahlen, die von deinem Grundstück abfließt.
Der springende Punkt: Wenn du nachweisen kannst, dass du Regenwasser auf deinem Grundstück versickerst oder anderweitig nutzt, kannst du deine Abwassergebühren reduzieren.
Hier sind ein paar Möglichkeiten:
- •Regenwassertonne: Sammle Regenwasser in einer Tonne und nutze es zum Gießen deiner Pflanzen im Garten oder auf dem Balkon. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern reduziert auch die Menge an Leitungswasser, die du verbrauchst – und damit auch die Abwassermenge.
- •Versickerungsanlagen: Wenn du einen Garten hast, könntest du überlegen, eine Versickerungsanlage zu installieren. Diese leitet das Regenwasser in den Boden, wo es versickern kann. Das entlastet die Kanalisation und kann deine Gebühren senken. Sprich aber vorher unbedingt mit deinem Vermieter!
- •Gründach: Ein Gründach speichert Regenwasser und gibt es zeitverzögert wieder ab. Das reduziert den Abfluss in die Kanalisation und sorgt gleichzeitig für ein besseres Klima im Haus. Auch hier gilt: Sprich mit deinem Vermieter, bevor du größere Veränderungen vornimmst.
Gartenbewässerung: Dein heimlicher Kostenfresser?
Gießen mit Leitungswasser treibt deine Abwassergebühren in die Höhe, da das verbrauchte Wasser ja gereinigt werden muss. Wie oben schon erwähnt, ist Regenwasser hier eine super Alternative.
Hier ein paar Tipps, wie du beim Gießen sparen kannst:
- •Gieße gezielt: Wässere deine Pflanzen nicht einfach pauschal, sondern nur dann, wenn sie es wirklich brauchen. Eine Fingerprobe zeigt dir, ob die Erde noch feucht genug ist.
- •Gieße früh morgens oder spät abends: Dann verdunstet weniger Wasser und die Pflanzen können es besser aufnehmen.
- •Nutze einen Tropfschlauch: Er gibt das Wasser direkt an die Wurzeln ab, ohne dass viel verdunstet.
- •Mulche: Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Stroh hält die Erde feucht und reduziert die Verdunstung.
Zähler: Die Kontrolle behalten
In manchen Fällen ist es möglich, einen separaten Gartenzähler zu installieren. Dieser misst nur das Wasser, das du zum Gießen verwendest. Da dieses Wasser aber nicht in die Kanalisation gelangt (sondern im Garten versickert), musst du dafür keine Abwassergebühren zahlen.
Undichte Stellen: Kleine Ursache, große Wirkung
Ein tropfender Wasserhahn oder eine undichte Toilettenspülung können über das Jahr gesehen ganz schön ins Geld gehen – und zwar sowohl beim Wasserverbrauch als auch bei den Abwassergebühren.
Deshalb:
- •Achte auf undichte Stellen: Kontrolliere regelmäßig deine Wasserhähne, Toiletten und Heizkörper.
- •Melde Schäden sofort deinem Vermieter: Er ist für die Reparatur zuständig.
- •Dichte kleinere Lecks selbst ab: Mit ein bisschen handwerklichem Geschick kannst du kleinere Probleme oft selbst beheben.
Die Nebenkostenabrechnung prüfen: So gehst du vor!
Wenn deine Nebenkostenabrechnung im Briefkasten landet, solltest du sie nicht einfach abnicken, sondern genau prüfen. Achte dabei besonders auf folgende Punkte:
- •Ist die Abrechnung verständlich und nachvollziehbar? Wenn nicht, fordere eine detaillierte Aufschlüsselung an.
- •Sind die Kosten korrekt berechnet? Vergleiche die Werte mit den Vorjahresabrechnungen.
- •Wurde der Verteilerschlüssel richtig angewendet? Die Abwassergebühren werden in der Regel nach dem Wasserverbrauch verteilt.
- •Gibt es ungewöhnlich hohe Kosten? Frage bei deinem Vermieter nach, woher diese kommen.
Fazit: Aktiv werden und sparen!
Du siehst, das Thema Abwassergebühren ist gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick scheint. Mit ein bisschen Aufmerksamkeit und Eigeninitiative kannst du deine Nebenkostenabrechnung genau prüfen und vielleicht sogar einiges an Geld sparen. Nutze Regenwasser, achte auf undichte Stellen und informiere dich über die Möglichkeiten, deine Gebühren zu senken. Und denk dran: Bei Unklarheiten frag deinen Vermieter oder einen Mieterverein um Rat! Viel Erfolg beim Sparen!
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