Hallo du,
kennst du das Gefühl? Die Nebenkostenabrechnung flattert ins Haus und du denkst: "Moment mal, was soll das denn alles sein?" Gerade bei den Abwassergebühren blickt man oft nicht so richtig durch. Werden sie nach deinem tatsächlichen Wasserverbrauch berechnet oder doch nach der Wohnfläche? Und was bedeutet das eigentlich für dich? Keine Sorge, damit bist du nicht allein! Ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen und zu prüfen, ob deine Abwasserabrechnung korrekt ist und wo du vielleicht sogar sparen kannst.
Abwassergebühren: Verbrauch oder Wohnfläche – Was ist üblich?
Grundsätzlich gibt es zwei gängige Methoden, um die Abwassergebühren auf die Mieter umzulegen:
- •Verbrauchsabhängige Abrechnung: Hier wird dein tatsächlicher Wasserverbrauch gemessen und entsprechend abgerechnet. Du zahlst also für das Abwasser, das du auch wirklich verursacht hast.
- •Abrechnung nach Wohnfläche: In diesem Fall werden die Abwassergebühren auf alle Mieter im Haus verteilt, basierend auf der Größe ihrer Wohnung. Wer eine größere Wohnung hat, zahlt also mehr.
Blick in den Mietvertrag: Was steht bei dir drin?
Der erste Schritt zur Überprüfung deiner Abwasserabrechnung ist ein Blick in deinen Mietvertrag. Hier sollte klar geregelt sein, wie die Nebenkosten, inklusive der Abwassergebühren, verteilt werden. Steht dort beispielsweise "Abrechnung nach Verbrauch", dann ist die Sache eigentlich klar.
Aber Achtung: Manchmal ist die Formulierung im Mietvertrag etwas unklar oder lässt Interpretationsspielraum. Im Zweifelsfall solltest du dich nicht scheuen, deinen Vermieter um eine Erklärung zu bitten.
Wann ist eine Abrechnung nach Wohnfläche überhaupt erlaubt?
Auch wenn die verbrauchsabhängige Abrechnung eigentlich gerechter ist, gibt es Situationen, in denen die Abrechnung nach Wohnfläche zulässig sein kann. Zum Beispiel:
- •Keine Wasserzähler vorhanden: Wenn in deinem Haus keine Wasserzähler installiert sind, ist eine verbrauchsabhängige Abrechnung schlichtweg nicht möglich.
- •Ausnahmeregelungen in der Gemeinde: Einige Gemeinden erlauben die Abrechnung nach Wohnfläche, auch wenn Wasserzähler vorhanden sind. Das ist aber eher selten und muss in der Regel gut begründet sein.
- •Kurzfristige Ausfälle des Wasserzählers: Sollte dein Wasserzähler defekt sein und keine korrekten Werte liefern, kann für den Zeitraum des Ausfalls eine Schätzung auf Basis der Wohnfläche erfolgen. Hierbei ist es wichtig, dass der Vermieter dich rechtzeitig informiert und die Schätzung nachvollziehbar ist.
Die Nebenkostenabrechnung unter die Lupe nehmen: So prüfst du richtig
Okay, jetzt wird's konkret. Nimm deine Nebenkostenabrechnung zur Hand und folge diesen Schritten:
- 1.Formale Richtigkeit: Ist die Abrechnung übersichtlich und verständlich? Sind alle Positionen klar aufgeführt und nachvollziehbar? Fehlen wichtige Angaben wie Abrechnungszeitraum oder deine Wohnfläche?
- 2.Gesamtkosten prüfen: Sind die Gesamtkosten für die Abwassergebühren plausibel? Vergleiche sie mit den Vorjahren. Gibt es auffällige Steigerungen? Frage bei der Gemeinde nach den aktuellen Gebührensätzen.
- 3.Verteilungsschlüssel prüfen: Wie werden die Abwassergebühren auf die Mieter verteilt? Entspricht der Verteilungsschlüssel den Vereinbarungen im Mietvertrag? Sind die Wohnflächen korrekt angegeben?
- 4.Eigenen Verbrauch überprüfen: Wenn nach Verbrauch abgerechnet wird: Sind die Zählerstände korrekt abgelesen worden? Wurden die Zählerstände mitgeteilt oder konntest du sie selbst ablesen? Gibt es eventuell einen Wasserrohrbruch, der deinen Verbrauch ungewöhnlich erhöht hat?
Konkrete Tipps zum Sparen bei den Abwassergebühren
Okay, du hast deine Abrechnung geprüft und möchtest nun aktiv sparen? Hier sind ein paar einfache, aber effektive Tipps:
- •Wasser sparen: Klingt banal, ist aber effektiv. Kurzes Duschen statt Baden, tropfende Wasserhähne reparieren und Spülkästen überprüfen. Jeder Tropfen zählt!
- •Sparsame Geräte: Achte beim Kauf neuer Geräte (Waschmaschine, Geschirrspüler) auf einen geringen Wasserverbrauch.
- •Regenwassernutzung: Wenn du einen Garten hast, kannst du Regenwasser zum Gießen sammeln.
- •Zählerstand regelmäßig kontrollieren: So erkennst du frühzeitig ungewöhnliche Verbräuche und kannst reagieren.
- •Vermieter informieren: Wenn du einen Wasserrohrbruch oder andere Unregelmäßigkeiten feststellst, informiere umgehend deinen Vermieter.
Was tun, wenn die Abrechnung fehlerhaft ist?
Du hast Fehler in deiner Abwasserabrechnung entdeckt? Keine Panik!
- 1.Schriftliche Beanstandung: Lege innerhalb der Widerspruchsfrist (in der Regel 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung) schriftlich Widerspruch gegen die Abrechnung ein. Begründe deinen Widerspruch detailliert und lege Beweise bei (z.B. Fotos von Zählerständen, Kopie des Mietvertrags).
- 2.Vermittlungsversuch: Suche das Gespräch mit deinem Vermieter und versuche, eine Einigung zu erzielen.
- 3.Mieterverein oder Anwalt: Wenn du dich unsicher fühlst oder dein Vermieter sich querstellt, wende dich an einen Mieterverein oder einen Anwalt für Mietrecht.
BGH-Urteile, die du kennen solltest:
- •Der BGH hat mehrfach betont, dass Nebenkostenabrechnungen verständlich und nachvollziehbar sein müssen (BGH, Urteil vom 11.02.2004, Az. VIII ZR 195/03).
- •Auch bei der Abrechnung nach Wohnfläche muss der Verteilungsschlüssel angemessen sein (BGH, Urteil vom 20.07.2005, Az. VIII ZR 371/04).
Fazit: Wissen ist Macht!
Die Abwasserabrechnung muss kein Buch mit sieben Siegeln sein. Mit etwas Wissen und Aufmerksamkeit kannst du prüfen, ob alles mit rechten Dingen zugeht und gegebenenfalls sogar sparen. Scheue dich nicht, Fragen zu stellen und deine Rechte als Mieter wahrzunehmen. Denn am Ende geht es um dein Geld und eine faire Abrechnung. Und denk daran: Wassersparen schont nicht nur deinen Geldbeutel, sondern auch die Umwelt! Viel Erfolg bei der Prüfung deiner nächsten Nebenkostenabrechnung!
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