Hallo, du! Mal wieder die Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt und ein mulmiges Gefühl? Kenn ich! Diese gefürchteten Zettelberge sind oft schwer zu durchschauen. Und Hand aufs Herz: Hast du schon mal ernsthaft überlegt, ob da alles mit rechten Dingen zugeht? Viele Mieter zahlen Jahr für Jahr Beträge, die so gar nicht stimmen müssen. Aber keine Sorge, du bist nicht machtlos! Mit meiner "7-Punkte-Formel" zeig ich dir, wie du Licht ins Dunkel bringst und bares Geld sparen kannst.
Warum du die Belegeinsicht nutzen solltest (und nicht nur jammern!)
Klar, die Nebenkostenabrechnung ist erstmal ein Schock. Aber statt dich nur zu ärgern, solltest du aktiv werden. Das Recht auf Belegeinsicht ist dein Trumpf! Das Bürgerliche Gesetzbuch (§ 556 BGB) räumt dir dieses Recht ein. Du kannst verlangen, alle Originalbelege einzusehen, die deiner Abrechnung zugrunde liegen. Und glaub mir, das lohnt sich! Studien zeigen, dass ein Großteil der Nebenkostenabrechnungen Fehler enthält.
Die 7-Punkte-Formel für deine erfolgreiche Belegeinsicht
Hier kommt meine erprobte Formel, mit der du Fehler in deiner Nebenkostenabrechnung aufspürst wie ein Trüffelschwein:
Punkt 1: Die Frist im Blick behalten!
Du hast in der Regel 12 Monate Zeit, um die Nebenkostenabrechnung zu prüfen und Einspruch einzulegen. Diese Frist beginnt mit dem Erhalt der Abrechnung. Verpasst du die Frist, kann es schwierig werden, dein Geld zurückzubekommen. Also: Abrechnung bekommen, Datum notieren!
Punkt 2: Fordere die Belegeinsicht an!
Schreibe deinem Vermieter einen Brief (am besten per Einschreiben, damit du einen Nachweis hast) und fordere die Einsicht in die Originalbelege an. Sei dabei freundlich, aber bestimmt. Formuliere konkret, dass du die Belege vor Ort einsehen möchtest und bitte um einen Terminvorschlag.
Punkt 3: Nimm dir Zeit und bereite dich vor!
Geh nicht unvorbereitet zur Belegeinsicht! Nimm dir ausreichend Zeit und bring am besten eine Checkliste mit (dazu gleich mehr). Es ist auch ratsam, einen Freund oder eine Freundin mitzunehmen, der/die einen kühlen Kopf bewahrt und dir hilft, den Überblick zu behalten.
Punkt 4: Die Checkliste – Dein Kompass im Beleg-Dschungel!
Diese Punkte solltest du bei der Belegeinsicht unbedingt prüfen:
- •Sind die Kosten umlagefähig? Nicht alles, was dein Vermieter bezahlt, darf auch auf dich umgelegt werden. Reparaturen, Instandhaltungsmaßnahmen oder Verwaltungskosten gehören beispielsweise nicht dazu (BGH, Urteil vom 8. Juni 2005 – VIII ZR 347/04).
- •Stimmt der Verteilerschlüssel? Wurden die Kosten korrekt auf die einzelnen Mietparteien verteilt? Sind die Flächenangaben korrekt?
- •Sind die Rechnungen plausibel? Gibt es auffällige Preissteigerungen im Vergleich zum Vorjahr? Sind die Rechnungen nachvollziehbar und detailliert?
- •Gibt es Doppeltberechnungen? Wurden bestimmte Kostenpositionen doppelt abgerechnet?
- •Sind die Hausmeisterkosten angemessen? Hier wird oft geschummelt! Sind die Aufgaben des Hausmeisters klar definiert und die Kosten gerechtfertigt? Achtung: Nur Tätigkeiten, die auch wirklich umlagefähig sind (z.B. Treppenhausreinigung, Gartenpflege), dürfen in der Abrechnung auftauchen.
- •Wurde der Leerstand berücksichtigt? Kosten, die auf leerstehende Wohnungen entfallen, dürfen nicht auf die anderen Mieter umgelegt werden.
Mach dir während der Belegeinsicht ausführliche Notizen. Kopiere oder fotografiere verdächtige Belege. Das ist dein gutes Recht und hilft dir, die Abrechnung später in Ruhe zu überprüfen.
Punkt 6: Die Abrechnung erneut prüfen!
Nach der Belegeinsicht nimmst du dir die Zeit, die du brauchst, um die Abrechnung und deine Notizen gründlich zu prüfen. Vergleiche die Belege mit den Angaben in der Abrechnung und achte auf Ungereimtheiten.
Punkt 7: Einspruch einlegen (wenn nötig)!
Wenn du Fehler gefunden hast, lege innerhalb der Frist (siehe Punkt 1) schriftlich Einspruch gegen die Nebenkostenabrechnung ein. Erkläre genau, welche Fehler du gefunden hast und warum du die Abrechnung für falsch hältst. Fordere eine korrigierte Abrechnung an.
Was, wenn der Vermieter mauert?
Manchmal stellen sich Vermieter quer und verweigern die Belegeinsicht oder reagieren nicht auf deine Anfrage. In diesem Fall solltest du dich nicht einschüchtern lassen! Wende dich an einen Mieterverein oder einen Anwalt für Mietrecht. Die können dir helfen, deine Rechte durchzusetzen. Unter Umständen kannst du sogar die Zahlung der Nebenkosten verweigern, bis du die Belege einsehen konntest.
Fazit: Wer aktiv wird, spart bares Geld!
Die Nebenkostenabrechnung ist kein Buch mit sieben Siegeln. Mit meiner "7-Punkte-Formel" hast du das Werkzeug, um Fehler aufzudecken und dein Recht durchzusetzen. Also, nimm deine Nebenkostenabrechnung in die Hand, fordere die Belegeinsicht an und werde zum Nebenkosten-Experten deiner eigenen Wohnung! Du wirst sehen, es lohnt sich! Und denk dran: Lieber einmal genauer hinschauen, als Jahr für Jahr zu viel zu zahlen. Viel Erfolg bei deiner Nebenkostenprüfung!
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