Legionellenprüfung in der Nebenkostenabrechnung: Dein Recht auf sauberes Trinkwasser
Legionellen sind Bakterien, die sich in Warmwasserleitungen vermehren und ernsthafte Gesundheitsprobleme verursachen können, bis hin zu schweren Lungenentzündungen. Die regelmäßige Prüfung des Trinkwassers auf Legionellen ist daher extrem wichtig. Als Mieter hast du ein Recht auf einwandfreies Trinkwasser. Aber wer zahlt eigentlich die Kosten für diese Prüfung? Und was musst du bei deiner Nebenkostenabrechnung genau kontrollieren? Dieser Ratgeber hilft dir, deine Rechte zu verstehen und dich vor unnötigen Kosten zu schützen.
Warum Legionellenprüfungen so wichtig sind
Die Trinkwasserverordnung verpflichtet Vermieter, das Trinkwasser regelmäßig auf Legionellen untersuchen zu lassen, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Diese Voraussetzungen sind meistens in Mehrfamilienhäusern gegeben, besonders wenn das Wasser zentral erwärmt wird und über ein verzweigtes Rohrsystem in die einzelnen Wohnungen gelangt.
Stell dir vor, Familie Müller wohnt in einem Mehrfamilienhaus. Sie duschen täglich und nutzen Warmwasser zum Kochen. Wären Legionellen im Wasser, könnten sie diese beim Duschen einatmen und sich im schlimmsten Fall infizieren. Die regelmäßige Prüfung dient also dem Schutz deiner Gesundheit und der aller anderen Bewohner.
Wer zahlt die Legionellenprüfung: Vermieter oder Mieter?
Grundsätzlich gilt: Der Vermieter ist für die ordnungsgemäße Instandhaltung der Trinkwasseranlage verantwortlich. Dazu gehört auch die regelmäßige Legionellenprüfung, um die Gesundheit der Mieter zu schützen. Die Kosten für diese Prüfung können aber über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt werden, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde.
Es ist entscheidend, was in deinem Mietvertrag steht. Findest du dort eine Klausel, die besagt, dass "Kosten der Wasserversorgung" oder "Kosten der Betriebskosten" auf dich umgelegt werden dürfen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch die Legionellenprüfung darin enthalten ist. Diese Kosten gehören nämlich zu den umlagefähigen Betriebskosten gemäß § 2 der Betriebskostenverordnung (BetrKV).
Wichtig: Auch wenn die Kosten grundsätzlich umlagefähig sind, bedeutet das nicht, dass du jede Rechnung blindlings akzeptieren musst. Du hast das Recht, die Nebenkostenabrechnung detailliert zu prüfen.
Was du bei der Nebenkostenabrechnung prüfen solltest
Wenn in deiner Nebenkostenabrechnung Kosten für die Legionellenprüfung auftauchen, solltest du folgende Punkte genau unter die Lupe nehmen:
- •Detaillierte Aufschlüsselung: Sind die Kosten klar und verständlich aufgeführt? Eine bloße Summe "Kosten der Wasserversorgung: 500 €" reicht nicht aus. Du hast das Recht, eine detaillierte Rechnung zu sehen, aus der hervorgeht, wie sich dieser Betrag zusammensetzt.
- •Angemessenheit der Kosten: Sind die Kosten für die Prüfung angemessen? Vergleiche die Kosten mit anderen Anbietern oder lass dich von einem Mieterverein beraten. Unverhältnismäßig hohe Kosten musst du nicht akzeptieren.
- •Regelmäßigkeit der Prüfung: Wurde die Prüfung gemäß den gesetzlichen Vorgaben durchgeführt? Die Intervalle sind in der Trinkwasserverordnung festgelegt.
- •Dokumentation: Hat der Vermieter die Ergebnisse der Prüfung dokumentiert und dir auf Nachfrage vorgelegt? Du hast ein Recht darauf, die Ergebnisse einzusehen, um sicherzustellen, dass alles in Ordnung ist.
Kostenverteilung und Warmwasserverbrauch
Oftmals werden die Kosten für die Legionellenprüfung nach dem Warmwasserverbrauch auf die einzelnen Mieter verteilt. Das bedeutet: Je mehr Warmwasser du verbrauchst, desto höher ist dein Anteil an den Kosten. Die Grundlage hierfür ist die Heizkostenverordnung (HeizkostenV).
Stell dir vor, die gesamten Kosten für die Legionellenprüfung betragen 500 €. Das Haus hat insgesamt 10 Wohneinheiten. Dein Warmwasserverbrauch beträgt 10 % des Gesamtverbrauchs im Haus. In diesem Fall müsstest du 50 € für die Legionellenprüfung bezahlen (10 % von 500 €).
Hinweis: Die Verteilung der Kosten muss transparent und nachvollziehbar sein. Du hast das Recht, die Verbrauchsdaten einzusehen.
Checkliste: So prüfst du deine Nebenkostenabrechnung
- •Mietvertrag prüfen: Sind Betriebskosten, inklusive Kosten der Wasserversorgung, auf dich umlegbar?
- •Detaillierte Aufschlüsselung anfordern: Verlangen eine detaillierte Aufschlüsselung der Kosten für die Legionellenprüfung.
- •Angemessenheit prüfen: Vergleiche die Kosten mit anderen Anbietern oder lasse dich von einem Mieterverein beraten.
- •Regelmäßigkeit prüfen: Wurde die Prüfung gemäß Trinkwasserverordnung durchgeführt?
- •Dokumentation einsehen: Fordere die Ergebnisse der Legionellenprüfung an.
- •Kostenverteilung prüfen: Ist die Verteilung nach Warmwasserverbrauch korrekt und nachvollziehbar?
- •Fristen beachten: Widersprich der Nebenkostenabrechnung innerhalb der gesetzlichen Frist, wenn du Fehler entdeckst.
Fazit: Dein Recht auf sauberes Trinkwasser durchsetzen
Die Legionellenprüfung ist ein wichtiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung und dient dem Schutz deiner Gesundheit. Als Mieter hast du das Recht auf sauberes Trinkwasser und eine transparente Nebenkostenabrechnung. Scheue dich nicht, deine Rechte wahrzunehmen und die Nebenkostenabrechnung genau zu prüfen. Bei Unklarheiten oder Problemen solltest du dich an einen Mieterverein oder einen Rechtsanwalt wenden. Und wenn du dir unsicher bist, ob deine Nebenkostenabrechnung korrekt ist, hilft dir Mister Check gerne weiter.
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