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Nebenkostenabrechnung und Solaranlage: Profitieren Mieter von den Erträgen oder zahlen sie drauf?

Hallo! Kennst du das auch? Du öffnest deine Nebenkostenabrechnung und denkst: "Was zum Teufel ist das denn jetzt schon wieder?" Besonders knifflig wird es, wenn plötzlich eine Solaranlage auf dem Dach...

Mister Check
5 Min. Lesezeit
Nebenkostenabrechnung und Solaranlage: Profitieren Mieter von den Erträgen oder zahlen sie drauf?

Hallo! Kennst du das auch? Du öffnest deine Nebenkostenabrechnung und denkst: "Was zum Teufel ist das denn jetzt schon wieder?" Besonders knifflig wird es, wenn plötzlich eine Solaranlage auf dem Dach auftaucht. Fragst du dich dann auch: Profitiere ich davon oder zahle ich am Ende drauf? Keine Sorge, ich helfe dir, Licht ins Dunkel zu bringen!

Nebenkostenabrechnung und Solaranlage: Ein Überblick

Immer mehr Vermieter investieren in Solaranlagen, um Strom zu erzeugen oder Warmwasser zu bereiten. Das ist grundsätzlich eine gute Sache für die Umwelt. Aber was bedeutet das für deine Nebenkostenabrechnung? Grundsätzlich gilt: Wenn die Solaranlage dazu dient, den allgemeinen Stromverbrauch im Haus zu senken (z.B. für Treppenhausbeleuchtung oder den Betrieb der Heizungsanlage), dann profitierst du davon. Denn dadurch sinken die Kosten, die auf alle Mieter umgelegt werden.

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen die Sache komplizierter ist, besonders wenn der erzeugte Strom ins öffentliche Netz eingespeist wird. Lass uns das mal genauer anschauen.

Wann du von der Solaranlage profitierst

  • Geringere Stromkosten für Gemeinschaftsflächen: Produziert die Solaranlage Strom für die Beleuchtung des Treppenhauses, den Aufzug oder die Heizungsanlage, dann sinken die Gesamtkosten für diese Positionen. Da diese Kosten in der Regel auf alle Mieter umgelegt werden, profitierst du direkt davon.
  • Warmwasserbereitung: Wenn die Solaranlage zur Warmwasserbereitung genutzt wird, kann das ebenfalls deine Nebenkosten senken. Achte darauf, dass die Einsparungen korrekt in der Abrechnung berücksichtigt werden.
  • Mieterstrommodelle: In einigen Fällen bieten Vermieter sogenannte Mieterstrommodelle an. Dabei kannst du den Solarstrom direkt vom Dach beziehen und zahlst dafür einen geringeren Preis als beim regulären Stromanbieter. Das kann sich lohnen!

Wann du draufzahlst – und was du dagegen tun kannst

Leider gibt es auch Situationen, in denen du das Gefühl hast, für die Solaranlage draufzuzahlen, ohne wirklich davon zu profitieren:

  • Hohe Investitionskosten in der Abrechnung: Die Kosten für die Anschaffung und Installation der Solaranlage dürfen nicht auf die Mieter umgelegt werden! Das hat der BGH in mehreren Urteilen klargestellt (z.B. BGH, Urteil vom 29. April 2009, Az. VIII ZR 142/08). Nur die laufenden Betriebskosten sind umlagefähig.
  • Umlage von Wartungskosten ohne Einsparung: Es kann vorkommen, dass die Wartungskosten der Solaranlage in der Nebenkostenabrechnung auftauchen, ohne dass du eine spürbare Einsparung bei den Strom- oder Warmwasserkosten feststellst. Hier solltest du genauer hinschauen und hinterfragen, ob die Kosten angemessen sind und ob die Anlage überhaupt effektiv arbeitet.
  • Komplizierte Abrechnung: Oft ist es schwer nachzuvollziehen, wie die Erträge und Kosten der Solaranlage in der Nebenkostenabrechnung berücksichtigt wurden. Hier hilft nur eins: Genau prüfen und im Zweifelsfall nachfragen!

Praktische Tipps für deine Nebenkostenabrechnung mit Solaranlage

  1. 1.Fordere die detaillierte Abrechnung an: Du hast das Recht, eine detaillierte Aufschlüsselung aller Kostenpositionen zu verlangen. Lass dir genau zeigen, wie die Erträge und Kosten der Solaranlage berücksichtigt wurden.
  2. 2.Prüfe die Abrechnung genau: Vergleiche die aktuellen Kosten mit den Vorjahren. Sind die Strom- oder Warmwasserkosten tatsächlich gesunken, seit die Solaranlage in Betrieb ist? Wenn nicht, solltest du hellhörig werden.
  3. 3.Beachte die Umlageschlüssel: Stelle sicher, dass die Kosten korrekt auf alle Mieter verteilt werden. Der Umlageschlüssel muss transparent und nachvollziehbar sein.
  4. 4.Prüfe die Wirtschaftlichkeit: Frage deinen Vermieter, ob er eine Wirtschaftlichkeitsberechnung für die Solaranlage vorlegen kann. Daraus sollte hervorgehen, wie sich die Investition langfristig auf die Nebenkosten auswirkt.
  5. 5.Suche dir Hilfe: Wenn du dich mit der Abrechnung überfordert fühlst, kannst du dich an den Mieterverein oder einen unabhängigen Energieberater wenden. du können dir helfen, die Abrechnung zu prüfen und deine Rechte durchzusetzen.
  6. 6.Frage nach dem Eigenverbrauch: Bestehe darauf, dass der selbst verbrauchte Strom der Solaranlage vorrangig genutzt und in der Abrechnung entsprechend berücksichtigt wird, bevor teurer Netzstrom bezogen wird.
  7. 7.Dokumentiere alles: Bewahre alle Nebenkostenabrechnungen und sonstige relevante Unterlagen sorgfältig auf. So hast du im Streitfall etwas in der Hand.

Was tun, wenn die Nebenkostenabrechnung fehlerhaft ist?

Wenn du Fehler in der Nebenkostenabrechnung entdeckst, solltest du diese schriftlich bei deinem Vermieter beanstanden. Setze ihm eine Frist zur Korrektur der Abrechnung. Bleibt dein Vermieter untätig, kannst du dich an den Mieterverein wenden oder einen Anwalt einschalten. Wichtig: Achte auf die Fristen! Du hast in der Regel zwölf Monate Zeit, um die Abrechnung zu beanstanden.

Das Mieterstromgesetz

Das Mieterstromgesetz soll den Ausbau von Solaranlagen auf Mietshäusern fördern. Es ermöglicht Vermietern, den erzeugten Strom direkt an die Mieter zu verkaufen. Das kann für dich als Mieter attraktiv sein, da der Mieterstrom in der Regel günstiger ist als der Strom vom regulären Anbieter. Allerdings solltest du auch hier genau prüfen, ob sich das Angebot für dich wirklich lohnt. Achte auf den Preis pro Kilowattstunde und vergleiche ihn mit anderen Anbietern. Auch die Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen solltest du im Blick behalten.

Fazit

Eine Solaranlage auf dem Dach kann eine tolle Sache sein und deine Nebenkosten senken – muss aber nicht. Wichtig ist, dass du deine Nebenkostenabrechnung genau prüfst und deine Rechte kennst. Lass dir nichts vormachen und scheue dich nicht, Fragen zu stellen. Nur so kannst du sicherstellen, dass du fair behandelt wirst und von den Vorteilen der Solaranlage profitierst, ohne draufzuzahlen. Und denk dran: Du bist nicht allein! Viele Mieter haben ähnliche Fragen und Probleme. Informiere dich, tausche dich aus und steh für deine Rechte ein! Viel Erfolg dabei!

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