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Die 3%-Regel bei Instandhaltungskosten: So prüfen Mieter ihre Nebenkostenabrechnung auf versteckte Reparaturen!

Na, schon wieder Nebenkostenabrechnung im Briefkasten? Und fühlst du dich auch jedes Mal ein bisschen überfordert beim Durchforsten der ganzen Zahlen? Keine Sorge, das geht vielen Mietern so! Besonder...

Mister Check
4 Min. Lesezeit
Die 3%-Regel bei Instandhaltungskosten: So prüfen Mieter ihre Nebenkostenabrechnung auf versteckte Reparaturen!

Na, schon wieder Nebenkostenabrechnung im Briefkasten? Und fühlst du dich auch jedes Mal ein bisschen überfordert beim Durchforsten der ganzen Zahlen? Keine Sorge, das geht vielen Mietern so! Besonders knifflig wird es, wenn es um Instandhaltungskosten geht. Da verstecken sich manchmal kleine "Reparatur-Monster", die eigentlich Sache des Vermieters wären. Aber keine Panik, ich zeige dir, wie du diese Monster entlarvst!

Was sind Instandhaltungskosten überhaupt?

Stell dir vor, deine Wohnung ist wie ein Auto. Irgendwann muss mal was repariert werden. Der tropfende Wasserhahn, die quietschende Tür oder das lockere Geländer – all das fällt unter Instandhaltung und Instandsetzung. Kurz gesagt: Es geht um die Beseitigung von Schäden, die durch Abnutzung, Alterung oder Witterung entstanden sind.

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WichtigDer Vermieter ist grundsätzlich dafür verantwortlich, die Wohnung in Schuss zu halten. Er muss also für diese Reparaturen aufkommen.

Die tückische 3%-Regel: Was steckt dahinter?

Manche Vermieter versuchen, einen Teil der Instandhaltungskosten auf dich abzuwälzen. Und hier kommt die berüchtigte 3%-Regel ins Spiel. Diese Klausel findet man manchmal im Mietvertrag. du besagt sinngemäß, dass du als Mieter für Kleinreparaturen bis zu einer bestimmten Summe aufkommen musst.

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WichtigDiese Klausel ist oft unwirksam!

Warum? Weil sie häufig zu ungenau formuliert ist oder dich unangemessen benachteiligt. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat sich in zahlreichen Urteilen mit solchen Klauseln auseinandergesetzt (z.B. BGH, Urteil vom 18.03.2015, VIII ZR 242/13) und klare Grenzen gesetzt.

So entlarvst du die "Reparatur-Monster" in deiner Nebenkostenabrechnung

Okay, genug Theorie. Jetzt wird es praktisch! So gehst du vor, um deine Nebenkostenabrechnung auf versteckte Instandhaltungskosten zu prüfen:

  1. 1.Lies deinen Mietvertrag genau: Such nach Klauseln zur Instandhaltung und Kleinreparaturen. Achte auf Formulierungen wie "Mieter trägt die Kosten für Kleinreparaturen bis zu..." oder "Bagatellschäden sind vom Mieter zu tragen".
  2. 2.Prüfe die Nebenkostenabrechnungsposten: Schau dir die einzelnen Positionen genau an. Tauchen dort Begriffe wie "Reparatur", "Instandsetzung", "Wartung" oder "Austausch" auf? Werden Kosten für Handwerkerarbeiten aufgeführt?
  3. 3.Achte auf die Höhe der Kosten: Sind die Kosten für einzelne Reparaturen ungewöhnlich hoch? Hol dir im Zweifelsfall ein Angebot von einem anderen Handwerker ein, um die Preise zu vergleichen.
  4. 4.Achte auf die Formulierung der Klausel: Ist die Klausel zur Kleinreparaturregelung im Mietvertrag überhaupt wirksam? Hier ein paar Punkte, die du checken solltest:
* Höchstgrenze pro Reparatur: Die Höchstgrenze für eine einzelne Reparatur sollte nicht zu hoch sein (in der Regel nicht mehr als 75 bis 100 Euro).
* Jahreshöchstgrenze: Die Gesamtsumme aller Kleinreparaturen pro Jahr sollte ebenfalls begrenzt sein (oft nicht mehr als 6% bis 8% der Jahreskaltmiete).
* Konkrete Auflistung: Die Klausel sollte klar und verständlich formulieren, welche Teile der Wohnung unter die Kleinreparaturregelung fallen (z.B. Wasserhähne, Lichtschalter, Türgriffe). Eine pauschale Formulierung ist oft unwirksam.

Was tun, wenn du fündig wirst?

Hast du verdächtige Posten in deiner Nebenkostenabrechnung entdeckt? Dann solltest du folgendermaßen vorgehen:

  1. 1.Schreibe einen Brief an deinen Vermieter: Fordere ihn schriftlich auf, dir die entsprechenden Belege für die Reparaturen vorzulegen. Nur so kannst du genau prüfen, was gemacht wurde und ob die Kosten angemessen sind.
  2. 2.Begründe deinen Widerspruch: Erkläre in deinem Brief, warum du die Kosten für die Reparaturen nicht übernehmen musst. Beziehe dich dabei auf deinen Mietvertrag, die Unwirksamkeit der Klausel oder die allgemeinen Regelungen zur Instandhaltungspflicht des Vermieters.
  3. 3.Setze eine Frist: Gib deinem Vermieter eine angemessene Frist (z.B. zwei Wochen) zur Beantwortung deines Schreibens.
  4. 4.Suche dir Hilfe: Wenn dein Vermieter nicht reagiert oder deinen Widerspruch ablehnt, kannst du dich an einen Mieterverein oder einen Anwalt wenden. du können dir helfen, deine Rechte durchzusetzen.

Schönheitsreparaturen: Ein ganz anderes Thema

Lass dich nicht von Schönheitsreparaturen verwirren! Das sind keine Instandhaltungskosten. Schönheitsreparaturen umfassen das Tapezieren, Anstreichen oder Kalken von Wänden und Decken, das Streichen der Heizkörper und Heizrohre, der Innentüren sowie der Fenster und Außentüren von innen. Hier gibt es eigene Regelungen und Klauseln im Mietvertrag, die du beachten musst. Aber das ist ein Thema für einen anderen Artikel!

Fazit: Augen auf bei der Nebenkostenabrechnung!

Die Nebenkostenabrechnung ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Aber mit ein bisschen Know-how und der richtigen Strategie kannst du dich vor unberechtigten Forderungen schützen. Achte besonders auf versteckte Instandhaltungskosten, prüfe deinen Mietvertrag und die Abrechnungsposten genau. Scheue dich nicht, deinen Vermieter zu kontaktieren und Fragen zu stellen. Und wenn du dir unsicher bist, hol dir professionelle Hilfe. So behältst du den Überblick und zahlst nur das, was du wirklich musst! Viel Erfolg bei deiner nächsten Nebenkostenabrechnungs-Entdeckungstour!

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