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Nebenkostenabrechnung: Fehlerhafte Ablesewerte bei Heizung und Wasser – So beweisen Mieter den Irrtum und sparen bares Geld!

Na, auch wieder mal 'ne Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt, die dich stutzig macht? Besonders bei den Heiz- und Wasserkosten kann's schnell mal komisch werden. Aber keine Panik! Oft stecken d...

Mister Check
4 Min. Lesezeit
Nebenkostenabrechnung: Fehlerhafte Ablesewerte bei Heizung und Wasser – So beweisen Mieter den Irrtum und sparen bares Geld!

Na, auch wieder mal 'ne Nebenkostenabrechnung im Briefkasten gehabt, die dich stutzig macht? Besonders bei den Heiz- und Wasserkosten kann's schnell mal komisch werden. Aber keine Panik! Oft stecken da fehlerhafte Ablesewerte dahinter. Ich zeig dir, wie du den Irrtum beweist und bares Geld sparst.

Die Nebenkostenabrechnung: Ein Dschungel?

Klar, die Nebenkostenabrechnung kann ganz schön kompliziert sein. Aber lass dich nicht entmutigen! Gerade bei Heiz- und Wasserkosten ist es wichtig, genau hinzuschauen. Denn hier können fehlerhafte Ablesewerte schnell zu unnötig hohen Kosten führen.

Wo lauern die Fehler bei Heizung und Wasser?

Die häufigsten Fehlerquellen sind:

  • Falsche Ablesung: Klar, kann jedem mal passieren. Aber wenn die Werte gar nicht zu deinem Verbrauch passen, solltest du hellhörig werden.
  • Defekte Messgeräte: Heizkostenverteiler oder Wasserzähler können kaputt sein und falsche Werte anzeigen.
  • Falsche Eichung: Messgeräte müssen regelmäßig geeicht werden. Fehlt die Eichung oder ist sie abgelaufen, sind die Werte nicht verlässlich.
  • Übertragungsfehler: Die abgelesenen Werte müssen ja auch noch in die Abrechnung eingetragen werden. Hier kann's zu Zahlendrehern kommen.
  • Falsche Berechnung des Verteilungsschlüssels: Werden die Kosten nach Wohnfläche, Personenanzahl oder Verbrauch verteilt? Stimmt der Schlüssel?
  • Leere Wohnungen: Wurde der Verbrauch leerstehender Wohnungen korrekt berücksichtigt oder zahlst du ungewollt mit?

Erste Hilfe: So checkst du deine Ablesewerte!

Bevor du gleich in Panik verfällst, geh erstmal systematisch vor:

  1. 1.Abrechnung prüfen: Schau dir die Abrechnung genau an. Sind die Ablesewerte für Heizung und Wasser überhaupt angegeben? Wer hat abgelesen? Wann wurde abgelesen?
  2. 2.Verbrauch vergleichen: Vergleiche deinen Verbrauch mit den Vorjahren. Gibt es auffällige Abweichungen? Wenn ja, warum? Hast du z.B. viel mehr geheizt oder Wasser verbraucht?
  3. 3.Selbstablesung: Lies deine Heizkostenverteiler und Wasserzähler selbst ab. Notiere dir Datum und Uhrzeit der Ablesung. Das ist dein persönliches Verbrauchsprotokoll.
  4. 4.Messprotokolle anfordern: Fordere beim Vermieter oder dem Ablesedienstleister die Messprotokolle an. Diese enthalten detaillierte Informationen über die Ablesung.

Fehler gefunden? So beweist du den Irrtum!

Okay, du hast den Verdacht, dass da was nicht stimmt. Jetzt geht's darum, den Fehler zu beweisen.

  • Dein Verbrauchsprotokoll: Dein selbst erstelltes Verbrauchsprotokoll ist Gold wert! Vergleiche deine Werte mit den Werten in der Abrechnung. Weichen sie stark ab?
  • Fotos: Mach Fotos von deinen Heizkostenverteilern und Wasserzählern mit den abgelesenen Werten. Das dient als zusätzlicher Beweis.
  • Nachbarn fragen: Sprich mit deinen Nachbarn. Haben sie ähnliche Probleme mit der Abrechnung? Gemeinsam seid ihr stärker!
  • Formeller Widerspruch: Lege schriftlich Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung ein. Begründe deinen Widerspruch detailliert und lege deine Beweise (Verbrauchsprotokoll, Fotos) bei. Achte auf die Frist! Du hast in der Regel zwölf Monate Zeit, um Widerspruch einzulegen.
  • Mängelanzeige: Wenn du den Verdacht hast, dass ein Messgerät defekt ist, zeige dies deinem Vermieter als Mangel an. Er ist verpflichtet, den Mangel zu beheben.

Was, wenn der Vermieter nicht reagiert?

Keine Sorge, du hast noch weitere Möglichkeiten:

  • Beratungsstellen: Wende dich an eine Mieterberatungsstelle oder einen Mieterverein. Dort bekommst du professionelle Hilfe und Unterstützung.
  • Gutachter: Wenn der Vermieter sich stur stellt, kannst du einen Gutachter beauftragen. Der Gutachter kann die Messgeräte überprüfen und ein Gutachten erstellen. Die Kosten für den Gutachter musst du aber erstmal selbst tragen.
  • Gericht: Als letzte Möglichkeit bleibt dir der Gang vor Gericht. Aber Achtung: Ein Gerichtsverfahren kann teuer und langwierig sein.

Heizkostenverteiler: Analoge vs. Digitale Geräte

Heizkostenverteiler gibt es in zwei Varianten: analog und digital. Analoge Geräte zeigen den Verbrauch über verdunstende Flüssigkeit an. Hier kann es leichter zu Fehlern kommen, z.B. durch ungleichmäßige Verdunstung. Digitale Geräte sind genauer, aber auch hier können technische Defekte auftreten. Wichtig: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mehrfach betont, dass Mieter das Recht haben, die Grundlagen der Heizkostenabrechnung einzusehen (BGH, Urteil vom 8. November 2006 – VIII ZR 125/06). Das bedeutet, du hast das Recht, die Ableseprotokolle und Eichscheine einzusehen.

Wasserkosten: Besondere Vorsicht bei der Personenzahl

Bei den Wasserkosten ist besonders auf die Personenzahl zu achten. Viele Vermieter verteilen die Wasserkosten anteilig nach der Anzahl der Personen, die in der Wohnung leben. Wenn sich die Personenzahl im Laufe des Jahres geändert hat (z.B. durch Auszug eines Mitbewohners), muss dies in der Abrechnung berücksichtigt werden.

Fazit: Sei wachsam und wehr dich!

Lass dich nicht von einer fehlerhaften Nebenkostenabrechnung über den Tisch ziehen! Mit ein wenig Aufmerksamkeit und den richtigen Tipps kannst du Fehler aufdecken und bares Geld sparen. Prüfe deine Abrechnung sorgfältig, fordere Messprotokolle an und scheue dich nicht, Widerspruch einzulegen. Und denk dran: Du bist nicht allein! Mieterberatungsstellen und Mietervereine stehen dir mit Rat und Tat zur Seite. Also, ran an die Nebenkostenabrechnung und hol dir dein Recht!

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