Heizkosten

Verbrauchserfassung defekt: Was Mieter tun können, wenn Heizkosten zu hoch sind (und der Vermieter sich weigert, zu reparieren)!

Na, wieder mal 'ne dicke Nebenkostenabrechnung bekommen und die Heizkosten sind exorbitant hoch? Und dann stellst du fest, dass deine Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler spinnt? Keine Panik, da...

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5 Min. Lesezeit
Verbrauchserfassung defekt: Was Mieter tun können, wenn Heizkosten zu hoch sind (und der Vermieter sich weigert, zu reparieren)!

Na, wieder mal 'ne dicke Nebenkostenabrechnung bekommen und die Heizkosten sind exorbitant hoch? Und dann stellst du fest, dass deine Heizkostenverteiler oder Wärmemengenzähler spinnt? Keine Panik, das ist ärgerlich, aber kein Grund zur Verzweiflung! Hier erfährst du, was du tun kannst, wenn dein Vermieter sich querstellt und die defekte Verbrauchserfassung einfach ignoriert.

Defekte Verbrauchserfassung – Ein Albtraum für Mieter

Stell dir vor: Draußen ist es kalt, du drehst die Heizung nur mäßig auf, trotzdem schnellen die Heizkosten in der Abrechnung in die Höhe. Ein Blick auf die Heizkörper zeigt: Die Heizkostenverteiler (HKV) zeigen komische Werte an, oder der Wärmemengenzähler macht gar keinen Mucks mehr. Das ist nicht nur frustrierend, sondern kann auch richtig ins Geld gehen!

Das Problem ist, dass deine Heizkosten dann geschätzt werden, und Schätzungen sind oft ungenau – und meist zu deinen Ungunsten.

Was sagt die Heizkostenverordnung?

Die Heizkostenverordnung ist dein Freund und Helfer! du schreibt nämlich vor, dass der Vermieter verpflichtet ist, Geräte zur Verbrauchserfassung zu installieren und diese ordnungsgemäß instand zu halten. Das bedeutet:

  • Funktionierende Erfassung: Deine Heizkosten müssen anhand deines tatsächlichen Verbrauchs erfasst werden.
  • Regelmäßige Wartung: Der Vermieter muss die Geräte regelmäßig warten und bei Bedarf austauschen.
Wenn die Geräte defekt sind und der Vermieter nichts unternimmt, verstößt er gegen diese Pflichten.

Erste Schritte: Mängelanzeige und Aufforderung zur Reparatur

Was also tun, wenn du einen Defekt feststellst? Hier kommt die Mängelanzeige ins Spiel!

  1. 1.Dokumentiere den Defekt: Mach Fotos von den defekten Heizkostenverteilern oder dem Wärmemengenzähler. Notiere dir, wann du den Defekt festgestellt hast und welche Auffälligkeiten es gibt.
  2. 2.Schreibe eine Mängelanzeige: Setz deinem Vermieter ein Schreiben auf, in dem du den Defekt genau beschreibst. Fordere ihn darin auf, den Mangel innerhalb einer angemessenen Frist (z.B. 14 Tage) zu beheben. Nenne die Heizkostenverordnung als Grundlage.
  3. 3.Sende die Mängelanzeige nachweisbar: Schicke die Mängelanzeige am besten per Einschreiben mit Rückschein oder bring sie persönlich vorbei und lass dir den Empfang bestätigen. So hast du einen Beweis, dass der Vermieter über den Defekt informiert ist.
⚠️
WichtigBewahre eine Kopie der Mängelanzeige und den Rückschein (oder die Empfangsbestätigung) gut auf!

Der Vermieter reagiert nicht? Mietminderung!

Wenn der Vermieter die Mängelanzeige ignoriert und die Reparatur nicht durchführt, hast du das Recht, die Miete zu mindern. Die Höhe der Mietminderung hängt vom Ausmaß der Beeinträchtigung ab.

Wie hoch darf die Mietminderung sein?

Das ist leider nicht pauschal zu beantworten. Es kommt darauf an, wie stark der Defekt deine Wohnqualität beeinträchtigt. Orientierung können Mietminderungstabellen geben, die du online findest oder bei Mietervereinen erhältst.

⚠️
WichtigKündige die Mietminderung schriftlich an! Informiere den Vermieter, dass du aufgrund des Defekts die Miete minderst und nenne den Prozentsatz oder Betrag.

BGH-Urteil zur Mietminderung: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat in mehreren Urteilen klargestellt, dass Mieter bei erheblichen Mängeln, die die Wohnqualität beeinträchtigen, das Recht auf Mietminderung haben. Die Beweislast liegt allerdings bei dir als Mieter: Du musst nachweisen, dass der Mangel vorliegt und deine Wohnqualität beeinträchtigt.

Schätzung der Heizkosten – Was ist erlaubt?

Wenn die Verbrauchserfassung defekt ist, darf der Vermieter die Heizkosten schätzen. Aber auch hier gibt es Regeln!

  • § 9a HeizkostenV: Die Schätzung muss nachvollziehbar und plausibel sein. du darf nicht willkürlich erfolgen.
  • Vergleichswerte: Der Vermieter sollte ähnliche Wohnungen im Haus oder in der Umgebung heranziehen, um den Verbrauch zu schätzen.
  • Deine Argumente zählen: Du hast das Recht, dich zur Schätzung zu äußern und eigene Argumente einzubringen (z.B. wenn du nachweislich weniger geheizt hast als andere Mieter).
⚠️
WichtigUnplausible Schätzungen solltest du unbedingt beanstanden! Widersprich der Nebenkostenabrechnung schriftlich und fordere eine nachvollziehbare Berechnungsgrundlage.

Was, wenn der Vermieter sich weiterhin weigert?

Sollte dein Vermieter sich weiterhin stur stellen und weder die Reparatur durchführen noch eine plausible Schätzung vornehmen, hast du folgende Möglichkeiten:

  • Mieterverein oder Anwalt: Wende dich an einen Mieterverein oder einen Anwalt für Mietrecht. Diese können dich beraten und deine Rechte durchsetzen.
  • Gerichtliche Auseinandersetzung: Im schlimmsten Fall musst du deine Ansprüche vor Gericht geltend machen.
⚠️
WichtigLass dich von einem Experten beraten, bevor du rechtliche Schritte einleitest!

Alternativen: Intelligente Heizkörperthermostate

Eine proaktive Lösung, um solchen Problemen vorzubeugen, sind intelligente Heizkörperthermostate. Diese ermöglichen dir nicht nur eine präzisere Steuerung deiner Heizung, sondern auch eine detaillierte Erfassung deines Verbrauchs. So hast du immer den Überblick und kannst im Zweifelsfall deinen tatsächlichen Verbrauch nachweisen.

Fazit: Rechte kennen, handeln und nicht unterkriegen lassen!

Lass dich nicht von einer defekten Verbrauchserfassung und einem unkooperativen Vermieter entmutigen! Du hast Rechte als Mieter, und die Heizkostenverordnung steht dir zur Seite. Dokumentiere den Defekt, setze eine Mängelanzeige auf, mindere gegebenenfalls die Miete und hole dir im Zweifelsfall professionelle Unterstützung. Mit den richtigen Schritten kannst du dich gegen überhöhte Heizkosten wehren und dafür sorgen, dass dein Vermieter seinen Pflichten nachkommt. Denk daran: Du bist nicht allein! Viele Mieter haben ähnliche Probleme. Informiere dich, bleib hartnäckig und kämpfe für dein Recht!

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