Hey du! Nebenkostenabrechnung wieder da? Und wieder so ein dicker Batzen? Lass uns mal über die fiesen Wartungsverträge sprechen, die sich da gerne verstecken. Die können nämlich ganz schön ins Geld gehen, und oft sind sie gar nicht nötig oder überteuert. Keine Sorge, ich zeig dir, wie du die Abzocke erkennst und dein Recht durchsetzt!
Was sind Wartungsverträge überhaupt?
Wartungsverträge sind Vereinbarungen zwischen deinem Vermieter und einer Firma, die bestimmte Anlagen im Haus regelmäßig wartet. Das kann die Heizung sein, der Aufzug, die Rauchmelder oder sogar die Gartenpflege. Klingt erstmal gut, oder? Regelmäßige Wartung sorgt ja dafür, dass alles funktioniert und nicht kaputtgeht. Aber genau hier liegt der Haken: Oft sind die Verträge überteuert, unnötig umfangreich oder decken Leistungen ab, die eigentlich Instandhaltung oder Instandsetzung sind – und die darf dein Vermieter NICHT auf dich umlegen!
Warum sind Wartungsverträge in der Nebenkostenabrechnung problematisch?
Das Problem ist, dass dein Vermieter die Kosten für diese Verträge auf alle Mieter umlegen kann, wenn das im Mietvertrag so vereinbart ist. Steht da "Betriebskosten" oder eine ähnliche Formulierung, dann kann's teuer werden. Aber: Nur wenn die Kosten angemessen und notwendig sind. Und genau das ist oft fraglich. Viele Vermieter schließen Verträge ab, ohne Angebote zu vergleichen oder zu prüfen, ob die Leistungen wirklich nötig sind. Das Ergebnis: Du zahlst drauf!
Wie erkennst du unnötige Kosten und versteckte Klauseln?
Jetzt wird's spannend! Hier sind ein paar Tipps, wie du die Spreu vom Weizen trennst:
- 1.Prüf deinen Mietvertrag: Steht da überhaupt drin, dass Wartungskosten auf dich umgelegt werden dürfen? Manchmal ist das nämlich gar nicht der Fall. Im Zweifel: Mietvertrag genau lesen!
- 2.Fordere die Wartungsverträge an: Du hast das Recht, die Verträge einzusehen! Dein Vermieter muss dir Kopien geben oder zumindest ermöglichen, dass du sie dir anschaust. Nur so kannst du prüfen, was genau vereinbart wurde.
- 3.Achte auf den Leistungsumfang: Was genau wird gewartet? Sind das wirklich notwendige Arbeiten, oder werden da unnötige Zusatzleistungen abgerechnet? Wird z.B. die Heizung fünfmal im Jahr gewartet, obwohl zwei Mal reichen würden?
- 4.Vergleiche die Kosten: Hol dir Vergleichsangebote ein! Frag bei anderen Firmen an, was die gleiche Wartung kosten würde. Wenn du feststellst, dass dein Vermieter deutlich mehr zahlt, hast du einen guten Grund für einen Widerspruch.
- 5.Achte auf versteckte Klauseln: Sind da z.B. automatische Vertragsverlängerungen drin? Oder Klauseln, die deinem Vermieter erlauben, die Kosten ohne dein Einverständnis zu erhöhen? Solche Klauseln sind oft unwirksam.
- 6.Instandhaltung vs. Instandsetzung: Achtung! Wartung ist umlagefähig, Instandhaltung und Instandsetzung (Reparaturen) nicht! Wenn der Vertrag z.B. vorsieht, dass Verschleißteile ausgetauscht werden, ist das eigentlich Instandsetzung und darf nicht auf dich umgelegt werden.
Beispiel: Heizungswartung unter der Lupe
Nehmen wir mal an, Familie Müller wohnt in einem Mehrfamilienhaus. In ihrer Nebenkostenabrechnung taucht ein Wartungsvertrag für die Heizungsanlage auf, der mit 250 Euro pro Wohnung zu Buche schlägt. Herr Müller wird stutzig und fordert den Vertrag an. Er liest, dass die Heizung viermal jährlich gewartet wird. Bei genauerer Betrachtung stellt er fest, dass die Wartung hauptsächlich aus Sichtkontrollen und dem Nachfüllen von Wasser besteht. Er holt sich Vergleichsangebote ein und findet heraus, dass eine ähnliche Wartung von anderen Firmen für 100 Euro pro Wohnung angeboten wird. Außerdem steht im Vertrag, dass kleinere Reparaturen bis zu einem Betrag von 50 Euro pro Reparatur im Preis inbegriffen sind. Das ist eigentlich Instandsetzung!
Herr Müller legt Widerspruch gegen die Nebenkostenabrechnung ein und weist darauf hin, dass die Kosten für die Heizungswartung unverhältnismäßig hoch sind und Instandsetzungskosten enthalten sind. Nach einigem Hin und Her einigt er sich mit dem Vermieter auf eine Reduzierung der Kosten.
Konkretes Rechenbeispiel
Stell dir vor, dein Vermieter hat einen Wartungsvertrag für den Aufzug abgeschlossen, der 1.200 Euro im Jahr kostet. Du wohnst in einem Haus mit 10 Wohnungen. Dein Anteil an den Kosten beträgt also 120 Euro (1.200 Euro / 10 Wohnungen). Wenn du aber herausfindest, dass ein ähnlicher Vertrag bei einer anderen Firma nur 800 Euro kosten würde, zahlst du 40 Euro zu viel! Das sind im Jahr 400 Euro für alle Mieter zusammen!
Deine Rechte: Was sagt das Gesetz?
Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) und die Betriebskostenverordnung (BetrKV) regeln, welche Kosten dein Vermieter auf dich umlegen darf. Laut BetrKV gehören Wartungskosten grundsätzlich zu den umlagefähigen Betriebskosten, aber eben nur, wenn sie angemessen und notwendig sind. Dein Vermieter muss wirtschaftlich handeln und darf nicht einfach den teuersten Vertrag abschließen. Die Heizkostenverordnung (HeizkostenV) regelt speziell die Abrechnung von Heizkosten und Warmwasserkosten. Auch hier gilt: Die Kosten müssen angemessen sein.
Checkliste: So prüfst du deine Nebenkostenabrechnung
- •[ ] Mietvertrag auf Klauseln zu Betriebskosten prüfen
- •[ ] Wartungsverträge beim Vermieter anfordern
- •[ ] Leistungsumfang der Wartungsverträge prüfen
- •[ ] Vergleichsangebote einholen
- •[ ] Auf versteckte Klauseln achten (z.B. automatische Vertragsverlängerungen)
- •[ ] Prüfen, ob Instandhaltungskosten enthalten sind
- •[ ] Bei Unklarheiten oder überhöhten Kosten Widerspruch einlegen
Fazit: Lass dich nicht abzocken!
Du siehst, die Sache mit den Wartungsverträgen ist gar nicht so einfach. Aber mit ein bisschen Recherche und kritischem Blick kannst du dich vor unnötigen Kosten schützen. Lass dich nicht von deinem Vermieter über den Tisch ziehen! Prüf deine Nebenkostenabrechnung genau und scheu dich nicht, Widerspruch einzulegen, wenn du etwas Verdächtiges entdeckst. Und wenn du dir unsicher bist, hol dir professionelle Hilfe!
Apropos Hilfe: Kennst du schon Mister Check? Die helfen dir, deine Nebenkostenabrechnung zu prüfen und dein Geld zurückzuholen. Schau doch mal vorbei! Viel Erfolg beim Prüfen deiner Abrechnung! Du schaffst das!
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