Na, steht bei dir bald der Umzug an und du machst dir schon Gedanken über die Nebenkostenabrechnung? Keine Sorge, das ist völlig normal! Gerade wenn du mitten im Abrechnungszeitraum ausziehst, kann die Sache mit den Nebenkosten etwas knifflig werden. Aber keine Panik, ich helfe dir dabei, den Durchblick zu behalten. Heute geht es um ein super wichtiges Thema: die Zwischenablesung bei deinem Auszug. Wann du sie verlangen kannst, wie sie deine Nebenkostenabrechnung beeinflusst und was du sonst noch beachten solltest – das erfährst du hier!
Was ist eine Zwischenablesung überhaupt?
Stell dir vor, deine Nebenkostenabrechnung ist wie eine große Geburtstagstorte, die ihr alle im Haus oder in der Wohnung teilt. Aber was passiert, wenn du vorzeitig von der Party gehst? Genau, dann muss man schauen, wie viel von der Torte du schon gegessen hast, bevor die anderen weiterfeiern. Und genau das macht die Zwischenablesung: du ermittelt den genauen Verbrauch von Heizung, Wasser und Co. bis zu deinem Auszug.
Ohne Zwischenablesung würde dein Verbrauch einfach geschätzt oder anteilig auf den gesamten Abrechnungszeitraum verteilt. Das kann ganz schön ungerecht sein, besonders wenn du viel weniger verbraucht hast als der Nachmieter.
Wann hast du ein Recht auf eine Zwischenablesung?
Die gute Nachricht: In den meisten Fällen hast du ein Anrecht auf eine Zwischenablesung. Grundsätzlich gilt:
- •Wenn dein Mietvertrag nichts Gegenteiliges besagt, kannst du eine Zwischenablesung verlangen. Dein Vermieter ist dann verpflichtet, den Verbrauch von Heizung und Wasser zum Zeitpunkt deines Auszugs festzustellen.
- •Die Heizkostenverordnung (§ 9b HeizkV) schreibt vor, dass bei einem Nutzerwechsel eine Zwischenablesung durchgeführt werden muss, wenn verbrauchsabhängig abgerechnet wird. Das ist in fast allen Mietverhältnissen der Fall.
Wie beantragst du eine Zwischenablesung?
Am besten beantragst du die Zwischenablesung schriftlich bei deinem Vermieter. Das machst du idealerweise so früh wie möglich, am besten direkt nachdem du deinen Auszugstermin feststehen hast. In deinem Schreiben solltest du folgende Punkte erwähnen:
- •Deinen Namen und deine Adresse
- •Die Adresse der Wohnung, aus der du ausziehst
- •Deinen Auszugstermin
- •Die Bitte um eine Zwischenablesung von Heizung, Wasser und ggf. anderen relevanten Zählern
- •Deinen Wunsch, bei der Ablesung anwesend zu sein (dazu gleich mehr)
Sei bei der Ablesung dabei!
Es ist super wichtig, dass du bei der Zwischenablesung selbst dabei bist. So kannst du sicherstellen, dass alles korrekt abläuft und du die Zählerstände selbst notieren kannst. Vergleiche die abgelesenen Werte mit deinen eigenen Notizen (falls du regelmäßig Zählerstände notiert hast – was ich dir übrigens sehr empfehle!) und lass dir ein Protokoll der Ablesung aushändigen.
Was tun, wenn der Vermieter sich weigert oder keine Zeit hat?
Sollte dein Vermieter sich weigern, eine Zwischenablesung durchzuführen oder keinen passenden Termin finden, kannst du die Ablesung auch selbst durchführen und die Zählerstände mit Fotos dokumentieren. Wichtig ist, dass du dies deinem Vermieter schriftlich mitteilst und ihm die dokumentierten Zählerstände zukommen lässt. Im Streitfall hast du so zumindest Beweise für deinen Verbrauch.
Wer zahlt die Zwischenablesung?
Die Kosten für die Zwischenablesung sind oft ein Streitthema. Grundsätzlich gilt:
- •Wenn die Zwischenablesung aufgrund der Heizkostenverordnung erforderlich ist, trägt in der Regel der Vermieter die Kosten. Denn er ist verpflichtet, den Verbrauch korrekt zu erfassen.
- •Wenn die Zwischenablesung nur auf deinen Wunsch hin erfolgt, kann es sein, dass du die Kosten tragen musst. Das hängt aber davon ab, was in deinem Mietvertrag steht oder wie die Vereinbarung mit deinem Vermieter ist.
Wie beeinflusst die Zwischenablesung deine Nebenkostenabrechnung?
Die Zwischenablesung sorgt dafür, dass dein tatsächlicher Verbrauch bis zum Auszug in deiner Nebenkostenabrechnung berücksichtigt wird. Das ist besonders wichtig bei Heizkosten und Wasserverbrauch, da diese stark von deinem individuellen Verhalten abhängen.
Ohne Zwischenablesung würde dein Verbrauch geschätzt oder pauschal auf den gesamten Abrechnungszeitraum verteilt. Das könnte dazu führen, dass du zu viel bezahlst, wenn du sparsamer warst als der Nachmieter, oder zu wenig, wenn du mehr verbraucht hast.
Was tun, wenn die Nebenkostenabrechnung falsch ist?
Auch mit Zwischenablesung kann es passieren, dass die Nebenkostenabrechnung Fehler enthält. Überprüfe daher unbedingt alle Positionen sorgfältig! Achte besonders auf:
- •Sind die Zählerstände korrekt übernommen worden?
- •Entsprechen die Kosten den vertraglichen Vereinbarungen?
- •Sind alle Umlageschlüssel richtig berechnet?
Fazit
Die Zwischenablesung bei deinem Auszug ist ein wichtiges Instrument, um sicherzustellen, dass du nur für deinen tatsächlichen Verbrauch an Heizung, Wasser und Co. bezahlst. Informiere dich über deine Rechte und Pflichten, beantrage die Zwischenablesung rechtzeitig und sei bei der Ablesung selbst dabei. So vermeidest du unnötigen Ärger und sorgst für eine faire Nebenkostenabrechnung. Und denk dran: Im Zweifelsfall ist es immer besser, sich rechtlich beraten zu lassen. Viel Erfolg bei deinem Umzug!
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