Na, flattert dir auch schon wieder die Nebenkostenabrechnung ins Haus? Und diesmal ist es keine kleine Überraschung, sondern ein echter Schock: Eine fette Nachzahlung! Autsch! Besonders ärgerlich ist es, wenn du das Gefühl hast, dass deine Vorauszahlungen viel zu niedrig angesetzt waren. Keine Panik, das ist ein Thema, mit dem sich viele Mieter rumschlagen. Lass uns das mal genauer anschauen, damit du weißt, was du tun kannst.
Warum ist die Nachzahlung so hoch?
Es gibt verschiedene Gründe, warum eine Nachzahlung bei der Nebenkostenabrechnung zustande kommt. Ein Klassiker ist natürlich, dass du mehr verbraucht hast als erwartet. Aber oft liegt es auch daran, dass die Vorauszahlungen einfach nicht ausreichend waren, um die tatsächlichen Kosten zu decken.
Das kann passieren, wenn:
- •Die Vorauszahlungen von Anfang an zu niedrig kalkuliert wurden. Vielleicht hat der Vermieter sich bei der Schätzung verschätzt, oder es gab neue Kosten, die nicht berücksichtigt wurden.
- •Die Nebenkosten gestiegen sind. Das kann zum Beispiel durch höhere Energiepreise, neue Steuern oder Gebühren passieren.
- •Du selbst mehr verbraucht hast. Klar, wenn du den ganzen Winter die Heizung auf Anschlag hattest oder jeden Tag stundenlang geduscht hast, kann das auch eine Rolle spielen.
Was kannst du tun, wenn die Vorauszahlungen zu niedrig waren?
Okay, die Abrechnung ist da und die Nachzahlung ist saftig. Was nun? Hier sind ein paar Tipps, die dir helfen können:
- 1.Prüfe die Abrechnung genau! Das ist das A und O. Schau dir jede Position genau an und vergleiche sie mit den Angaben im Mietvertrag. Sind alle Kosten umlagefähig? Sind die Verteilerschlüssel korrekt? Hast du Zweifel, fordere Belege an! Du hast das Recht, die Originalrechnungen einzusehen.
- 2.Achte auf formale Fehler: Ist die Abrechnung fristgerecht (innerhalb von 12 Monaten nach Ende des Abrechnungszeitraums) bei dir eingegangen? Fehlen wichtige Angaben? Formale Fehler können dazu führen, dass du die Nachzahlung nicht leisten musst.
- 3.Vergleiche mit Vorjahresabrechnungen: Gab es in den letzten Jahren ähnliche Probleme? Wenn ja, könnte das ein Indiz dafür sein, dass die Vorauszahlungen generell zu niedrig angesetzt sind.
- 4.Sprich mit deinem Vermieter: Such das Gespräch! Erkläre ihm deine Bedenken und frag nach, wie die Vorauszahlungen kalkuliert wurden. Vielleicht gibt es ja eine plausible Erklärung.
- 5.Prüfe, ob der Vermieter seine Informationspflichten erfüllt hat: Laut einem Urteil des BGH (VIII ZR 198/16) muss der Vermieter dem Mieter rechtzeitig mitteilen, wenn sich abzeichnet, dass die Vorauszahlungen nicht ausreichen werden. Hat er das getan? Wenn nicht, kann das deine Position stärken.
- 6.Lass dich beraten: Wenn du dir unsicher bist, hol dir professionelle Hilfe. Mietervereine oder ein Anwalt für Mietrecht können dir bei der Prüfung der Abrechnung helfen und dich beraten, welche Schritte du unternehmen kannst.
Erhöhung der Vorauszahlungen – Ja oder Nein?
Dein Vermieter kann die Vorauszahlungen nach einer Nebenkostenabrechnung anpassen. Das ist sein gutes Recht. Aber: Die Erhöhung muss angemessen sein! du darf sich nur an den tatsächlichen Kosten orientieren, die in der Abrechnung ausgewiesen wurden.
Was ist, wenn ich selbst eine Erhöhung möchte?
Du kannst deinen Vermieter auch selbst bitten, die Vorauszahlungen zu erhöhen. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn du in den letzten Jahren immer wieder hohe Nachzahlungen hattest. So vermeidest du böse Überraschungen und verteilst die Kosten gleichmäßiger übers Jahr.
Wann muss ich die Nachzahlung leisten?
Grundsätzlich ist die Nachzahlung innerhalb von 30 Tagen nach Erhalt der Abrechnung fällig. Aber Achtung: Wenn du Einwände gegen die Abrechnung hast, solltest du diese deinem Vermieter innerhalb von 12 Monaten nach Erhalt der Abrechnung schriftlich mitteilen. Das entbindet dich aber nicht von der Pflicht, die Nachzahlung fristgerecht zu leisten! Du kannst die Zahlung aber unter Vorbehalt leisten und dein Geld zurückfordern, wenn sich herausstellt, dass die Abrechnung fehlerhaft ist.
Was tun, wenn ich die Nachzahlung nicht bezahlen kann?
Wenn du aufgrund deiner finanziellen Situation nicht in der Lage bist, die Nachzahlung fristgerecht zu leisten, solltest du umgehend das Gespräch mit deinem Vermieter suchen. Vielleicht lässt er sich auf eine Ratenzahlung ein. Wenn das nicht möglich ist, kannst du dich an eine Schuldnerberatungsstelle wenden.
Fazit
Eine hohe Nachzahlung bei der Nebenkostenabrechnung ist ärgerlich, aber kein Grund zur Panik. Wichtig ist, dass du die Abrechnung genau prüfst, mit deinem Vermieter sprichst und dir gegebenenfalls professionelle Hilfe suchst. Und vergiss nicht: Frühzeitig die Vorauszahlungen anpassen zu lassen, kann dir in Zukunft viel Ärger ersparen. Also, Kopf hoch und ran an die Abrechnung! Du schaffst das!
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